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Silvretta Arena (Ischgl/ Samnaun)

Okay, das kann und mag sein, in Ischgl habe ich nie gewohnt. Aber für Samnaun-Compatsch gilt es definitiv und das ist im Endeffekt die gleiche Destination.
 
Gletscherfloh schrieb:
Caveat : Ich habe eine extrem konservative (die allerdings auch wieder durchaus von zahlreichen Widersprüchen durchsetzt ist) Einstellung zum Thema Wintersport, die im wesentlichen durch Erich Kästners "Drei Männer im Schnee", Thomas Manns "Zauberberg", einigen Hemingway-Kurzgeschichten, alten Hannes Schneider-Skifilmen, Bilder von Alfons Walde sowie dem Kinderbuch "Susi und ihre Freunde im Schnee" geprägt ist. Und bekanntlich halten sich so kindliche Prägungen hartnäckig :wink:.
Das kann ich 100% nachvollziehen. Das kommt meiner klassischen Winterurlaubsvorstellung sehr nah. Schließlich hab ich in Puchenstuben skifahren gelernt :wink: (weiß gar nicht, ob das noch wie früher aussieht).

Dennoch möchte ich Dir widersprechen.
Ischgl steht doch konsequent für Masse á la teutonaise. Exklusiv sind in dem Ort ja lediglich (teilweise) die Preise. Das ist für mich ja das Besondere an Ischgl, dass sie für diesen durchstandardisierten Einheitsbrei auch noch diese Preise verlangen können ...
Standardisierung und Hochpreisigkeit sind nicht zwingend Gegensätze. Schau Dir nur Disneyland oder die Robinsonclubs an. Standardisierung heißt doch nur, dass ich für mein Geld ein bestimmtes Level erwarten kann, ohne auf große Überraschungen gefasst zu sein müssen. Im Fall eines Wintersportorts heißt das das: Moderne Liftanlagen, viele Pistenkilometer, entsprechende Hotellerie und Gastronomie, zusätzliches Freizeitangebot, Apres-Ski usw. Wer das nicht mag, nennt das natürlich Einheitsbrei - zurecht. Das ändert nichts daran, dass dieser Brei seinen Preis hat. Und für die, die ihn mögen, ist er diesen Preis wert. Die anderen können darüber nur den Kopf schütteln.

Und die vielfach vorgebrachten Argumente, dass man ja auch in Ischgl einen ruhigen Urlaub geniessen könnte, lass ich absolut nicht gelten. Ein Blick auf den Trubel rund um die Idalpe (oder am Nachmittag auf den Talabfahrten etc.) genügt doch, um dieses Bild zu widerlegen. Wer anderes behauptet hat noch nie in einem ruhigen Wintersportort (im ursprünglichen Sinn des Wortes) Urlaub genossen.
Im Sinne Deines konservativen Winterurlaubsbildes ist ein gemütlicher Urlaub in Ischgl natürlich nicht möglich. Dafür ist die Infrastruktur zu ausgeprägt und dafür sind zu viele Leute unterwegs. Aber dennoch kann man dem ganzen ein Stück weit aus dem Weg gehen. Es gibt sowohl im Skigebiet (Vesil, Velill, Grivalea) als auch im Ort etwas beschaulichere Ecken. Man muss nur mal 50 Meter von der Hauptstraße runter und man ist in einer anderen Welt. Ich bin mal abends Richtung Volksschule und Kirche spaziert. Da wurde es plötzlich ganz ruhig und einsam. Natürlich ist das nicht Puchenstuben, aber immerhin.

Wobei ich das Gerede von "Ischgl als moderne Lifestyle-Destination etc. etc." sowieso ziemlich weit hergeholt finde.
Ich denke schon, dass da was dran ist. Deshalb ist Ischgl aus Deiner Sicht ja so ungemütlich. Aber würde man eine Umfrage starten, welche Skidestination für Events, Party, Schicki Micki usw. steht (und das ist eine Form von Lifestyle), würde Ischgl sicher ziemlich weit vorne landen. Insbesondere auch von Nichtskifahrern wird Ischgl wahrgenommen. Daran arbeitet Ischgl mit Konzerten, Paris Hilton, Rich Prosecco usw. ganz gezielt und erfolgreich.
 
@cm, o.k. rational kann ich ja deinen Argumenten durchaus was abgewinnen. Stimmt natürlich, der Ischgl-Stil ist natürlich auch sowas wie ein lifestyle und offensichtlich gibt es grosse (und auch kaufkräftige) Nachfrage nach sowas. Bei Ischgl hab ich halt immer das Gefühl, dass die zwar sehr teuer herumklotzen (z.B. beim Hotelbau etc.), aber dann halt doch irgendwie so undefinierbare Grauslichkeit rauskommt (siehe die eigenartigen Erker, Türmchen etc. an den ganzen Hotelbauten). Das ganze ist irgendwie so protzig, so á la "Schaut her, ich hab die dickste Börse im Dorf ...". Sry, aber irgendwie ist das Ganze absolut stillos (Stil im elitär-traditionellen Sinn des Wortes).

Zum "Einheitsbrei": Das Skigebiet selbst bietet halt auch nur irgendwie Mittelklasse (in zugegebener hoher Qualität und durchdachter Planung). Ganz ehrlich hat doch das Ischgler Skigebiet keinen echten Höhepunkt bzw. nichts Herausragendes. V.a. wenn man bedenkt, dass sie vom Selbstverständnis in der ganz grossen Liga mitspielen wollen. Nur mal zum Vergleich:

Zermatt: Stockhorngebiet, Klein-Matterhorn
St. Moritz: Piz Nair, Piz Corvatsch, Diavolezz-Lagalb
Verbier: Mont Fort/Mont Gele
Arlberg: Valluga
Chamonix: Grands Montet, Aig. du Midi
Berner Oberland: Schilthorn

Und Ischgl? Alles ja ganz nette Abfahrten, und auch durchaus Freeride-Potential (was für mich wichtig wäre). Aber alles nicht wirklich, was einen vom Ofen hervorholt (selbst Sölden hat mit dem Gaislachkogel einen Berg, der vom Format her Ischgl übertrifft ...).

Und das mit den ruhigen Ecken: Stimmt Vellil ist eine andere Welt, tw. auch Grivalea, früher auch noch Gampen-Vesil (bevor es die Gampenbahn gab). Aber das sind halt die Peripherien des Gebiets, bis ich dort bin hatte ich doch schon längst multiple Nervenzusammbrüche angesichts des Rummels an den Verteilern :wink:.

In Ischgl stimmen halt die Proportionen nicht (mehr): Viel zu viel Gästebetten, die entlang von nur 2 Achsen (Samnaun und Ischgl) zu 2 Zentralverteilern geführt werden. Dass dort dann (auch wenn die Wartezeiten aufgrund der enormen Kapazitäten kurz sind) Rush-Hour-Feeling aufkommt ist ja nicht verwunderlich.
 
Ich glaube, dass wir in unserer subjektiven Bewertung hinsichtlich Ischgl sehr nahe beieinanderliegen. Ich bin bisher auch nicht auf die Idee gekommen, Ischgl für meinen klassischen Familienwinterurlaub in die Auswahl zu ziehen. Ich wollte nur zeigen, dass Ischgl durchaus ein paar Facetten zu bieten hat und man zu Ischgl auch eine andere Einstellung haben kann, mit der sich das Preisniveau und das Image erklären lassen. Sonst gäbe es auch keine Zitate wie oben: "...hammergeiles Skigebiet.....dem Verbier nicht das Wasser reichen kann....".

Ich war die letzten beide Jahre jeweils gegen Saisonende in Ischgl. Nicht weil ich Ischgl besonders liebe, sondern weil dort Ende April so ziemlich die besten Bedingungen und die meisten Pisten-Km in einem Nichtgletschergebiet geboten werden. Und natürlich nehm ich auch den Apres-Ski mit (allerdings wird man schon ziemlich ungläubig angesehen, wenn man sich schon um 2:00 Uhr nachts ausklinkt, weil man um 8:30 wieder an der Gondel stehen will :wink:.). Aber dennoch stimme ich Dir zu, was die ätzenden Türmchen und auch was Deine Einschätzung des Skigebiets als solchem anbetrifft. Ich bin alles andere als ein grandioser Skifahrer, aber dennoch halte ich Ischgl (wie im übrigen auch viele andere Tiroler Gebiete) für recht uniform. Die von Dir aufgestellte Liste aufregender Skigebiete würde ich soweit ich die Gebiete kenne bzw. beurteilen kann unterschreiben. Würde man diese Liste aber einer repräsentativen Anzahl von Durchschnittskifahrern vorlegen, würde man dafür wahrscheinlich ziemliches Kopfschütteln ernten. Zu kantig (eben nicht uniform/Einheitsbrei), Anlagen nicht ganz so topmodern wie beispielsweise in Ischgl, zu viele überaus anspruchsvolle bzw. nicht präperierte Pisten. Aber das ist auch gut so. Stell Dir mal vor, die ganzen Ischgl & Co. Fans bekämen plötzlich das Bedürfnis das Stockhorn oder den Montfort runterzurutschen. 8)

Ischgl bedient halt ein bestimmtes Marktsegment und das perfekt. Die Nachfrage danach ist groß und das regelt den Preis. Zum Glück gibt es auch andere Marktnischen, in denen Leute wie wir hier im Forum bedient werden, denn sonst würds langweilig. Aber ich sehe die Gefahr, dass das Ischgl-Segment, so berechtigt sein Dasein ist, immer mehr überhand nimmt. Das ist auch verständlich, denn dort wird halt derzeit das Geld verdient. Man betrachte nur die Diskussionen hier im Forum zum Freizeitpark Andermatt und Flims/Cassons, 2 Gebieten, die meines Erachtens zumindest derzeit noch würdig wären in Deine Liste aufgenommen zu werden.
 
Da muss ich dir zustimmen! Ein richtiges Highlight gibt es nicht in Ischgl.
Dafür gibt es den "Einheitsbrei" in sehr abwechslungreichen Geschmacksrichtungen und ohne große Mühen serviert (In Ischgl gibt kaum Ziehwege, wo man ewig schieben muss! in Stanton ganz anders erlebt :( )
Aber das Problem,dass (bis jetzt) kein richtiges Highlight vorhanden ist haben die Bergbahnen denke ich auch schon erkannt.
So ist ja die aktuelle Planung, dass der Piz Val Gronda ein reines Freeridegebiet wird.
 
Ich denke, aus rein sportlicher Sicht liegt die Stärke Ischgls darin, dass die Silvretta Arena ab etwas dem letzten Märzdrittel bis Saisonende das beste und breiteste Angebot aller Ostalpenskigebiete vorweisen kann.
 
Saisonabschluß 2008:

Top of the Mountain Concert am 03.05.08 auf der Idalpe mit Elton John.


Naja warten wir es mal ab, ob es auch dabei bleibt und nicht wie im letzten jahr noch mehrfache Änderungen gibt!
 
jokehan schrieb:
...5. Die vielen Menschenmassen erklären sich dadurch, dass die Silvretta Arena ein hammergeiles Skigebiet ist, wo für jeden Schwierigkeitsgrad was dabei ist. ---> viele wollen hin.
Dem kann Verbier denke ich nicht das Wasser reichen. :lol:

Wie seht ihr das????
...
Nochmal kurz dazu: Ich habe gerade auf skiraware.de gerade folgenden Text gefunden:

Man kann das Skigebiet auf einen einfachen Nenner bringen: «Ischgl/Samnaun ist ein schönes, großes, lautes und teueres aber auch hinreichend abwechslungsreiches, für Anfänger und Gelegenheitsfahrer optimiertes Genussskigebiet, dessen größte Herausforderungen außerhalb der Pisten liegen.»
Mit den rassigen Abfahrten von St. Anton, Zermatt, Verbier, Avoriaz und Val d'Isère kann das Gebiet aber nicht konkurrieren.
Dies bestätigt meine hier schon mehrfach geäußerte Meinung, basierend auf eigener Erfahrung. Die Gebiete Ischgl-Samnaun, Zermatt, Verbier, Avoriaz und Val d'Isère kenne ich aus eigener Erfahrung.
 
Hallo Leute,

habe erfahren, dass ab nächster Saison (2008/09) in Ischgl eine Gebühr für den Tagesparkplatz fällig wird. Kann das sonst auch noch jemand bestätigen? Wie teuer wohl?

Ob da wohl andere Gebiete nachziehen werden (St. Anton hat das ja schon, steht damit aber ziemlich alleine da).

Gruß aus den Bergen!
 
Das wäre eine ordentlich zusätzliche Einnahmequelle, bei den zahlreichen Tagesgästen am Wochenende.
Mir solls recht sein, bin sowieso meistens nur wochenweiße da, bzw. im Parkhaus (kostet ja jetzt schon)
Aber bitte nicht so teuer wie in StAnton (5 € :!: ), das ist nämlich echt schon Wucher.
 

is zwar leicht OT aber ich finde deren Lösung gut. Hab dieses Jahr am Arbelrg Well geparkt. Der Wächter hat zwar einen 10er kassiert, aber davon konnte ich bis 8€ glaube ich im Arberg Well versaufen. Und wenns nur ne Cola war hat man das Restgeld wiederbekommen. Dieses Parkticket ist da auch noch anders wo gültig zum einlösen (Schwimmbad zb). Brauchbare Lösung ;) An der Fangbahn parken können, ersrmal nen 10er zahlen und später im Luxus Schuppen was trinken :) und natürlcih restgeld wieder bekommen.

Meine Befürchtung bei Ischgl is dann a) das man nen Gutschein für den Kuhstall oder so bekommt (auf das die 1ste reihe abrennt:P ) oder b) nen Sticker aufs Auto gemacht bekommt ._.
 
Bevor das jetzt über X Seiten ausdiskutiert wird, hätte ich gerne erstmal die Quelle bzgl. der Parkgebühren in Ischgl gewusst.
 
Das Gerücht ist mir dort dieses Jahr auch zu Ohren gekommen.

Als Indiz kann ich beisteuern, dass ich im März an der Einfahrt zur Floriangarage (nota bene: bisher war das Parken da drin gebührenfrei) ein Schild mit Preisangaben gesehen habe und am ersten Tag erst mal den rumlaufenden Parkplatztypen gefragt habe ob es da jetzt gratis ist oder nicht, was er aber einstweilen bejahte.

Ist aber natürlich nur ein Indiz und ich hoffe es wird nicht wirklich so werden, nachdem sie es Dutzende Jahre ohne Gebühren ausgehalten haben.
 
Oben wurde ja über Quellen diskutiert, aber ich schreib nun trotzdem rein, was mir heute in Ischgl zu Ohren gekommen ist. Ich bin heute nämlich im Greitspitzlift mit einem Angstellten hoch gefahren und er meinte, dass diesen Sommer wohl keine neue Bahn gebaut wird (also keine Vesilbahn) und im nächsten Sommer (2009) die Gampenbahn durch eine 6er oder 8er Sesselbahn erstzt werden soll, da die 4-KSB jetzt schon 20 Jahre alt ist. (Dies hat auch schon jemand anderes hier mal angesprochen, damals hatte ich gehofft, dass dies nicht der Fall sein wird, da ich die 4er für ausreichend halte.)
Außerdem habe ich gefragt, ob der Ersatz des Greitspitzlifts geplant sei, da meinte er, dass er nichts darüber wüsste. (Schade, Ischgl ist zwar Bahnmäßig super ausgebaut, aber eine Sesselbahn aus dem Höllenkar auf den Greitspitz wäre schon super, diese Bahn hat mir echt gefehlt ;-) )
 
Tja, 'Ewigkeitsprojekt' Piz Val Gronda, da ham's verdammt recht. Es wäre echt ein Wunder, wenn die Bahn überhaupt mal kommt... :roll:

Ich finde, um mal auf die anfängliche Diskussion des letzten Jahres zurückzukommen, für die topographisch mögliche Verbindung mit Serfaus und Scuol hat man seinerzeit - Ende 70er Anfang 80er Jahre - den richtigen Zeitpunkt zum Baubeginn verpasst. Dann gäb's heute nicht den ganzen Ärger um 'nur' eine Bahn...
 
Kann es sein, dass die den Absatz über das Piz Val Gronda Projekt rausgelöscht haben, weil irgendwie kann ich den im Interview nicht finden. Hat den text zufällig jemand gespeichert und könnte den hier mal reinstellen?
 
Stimmt, die haben den tatsächlich rausgenommen. Hab ihn leider nicht kopiert... :(
 
Tja, so ist das leider ... da nur noch verlinkt werden darf. Aber ich weiß jetzt nicht, was an dem Absatz so schlimm war, dass dieser jetzt fehlt :? Puh, was stand da jetzt ... also den ganz genauen Wortlaut weiß ich jetzt nicht mehr. Es wurde gefragt, wie es um das Jahrhundertprojekt steht. Es gäbe nichts Neues, aber das könne sich ja auch schnell ändern. So in etwa der Inhalt.
 
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