23.11.2013
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
(Erich Kästner)
Denn Sonne war noch nie eine Voraussetzung dafür...
Vorwort: Dem ein oder anderen ist es geläufig - ich komme aus dem Ruhrgebiet und mein Weg in die Alpen ist weit, nichts desto trotz nehme ich ihn im Jahr mehrfach gerne auf mich. Mein persönliches Saisonopening habe ich still und heimlich im September über die Bühne gebracht. Donnerstag und Freitag verschlug es mich dienstlich auf einen Kongress nach Wiesbaden und plötzlich sind die Alpen wieder 2,5 Stunden näher gerückt... Gestern Abend bin ich von Wiesbaden nach München aufgebrochen, um mich bei einem generell unglücklicher-, in solchen Moment aber glücklicherweise nach München verzogenen Freund aus Schulzeiten einzuquartieren und ihn heute zu seinem ersten Skitag des Winters zu nötigen. Mit von der Partie war Talabfahrer!
Geöffnet: EUB Hochzillertal III, KSB Sonnenjet, SB Topjet, KSB Wedelexpress, EUB Zillertal Shuttle, EUB 8er Jet, SL Alm, SB 2000er
Wetter: Ja
Schnee: Vorhanden, meistens weiß.
Schneehöhe: Diuretische Messungen neben der Piste ergaben unterhalb von 200ßm eine Naturschneehöhe von ~1 Sekunde - das ist die Zeit, die man beim Pinkeln benötigt, um die Wiese freizuschmelzen.
Als von fern Angereister habe ich dem Einheimischen gegenüber einen großen Vorteil: Einmal da, kann ich mir den Luxus auf gutes Wetter zu warten natürlich nicht erlauben, ich muss so oder so auf die Ski - also gibt es auch keinen Grund sich über schlechtes Wetter zu ärgern, der Druck ist schonmal weg. So bin ich wohl einer von wenigen, der die Freiheit hat, an einem völlig verhangenen Tag wie diesem gut gelaunt aufzubrechen.
Meine Erwartung an Novemberskilauf in Wintergebieten ist realistisch, nämlich nicht vorhanden - ich erwarte nichts außer Berge und Bewegung an der frischen Luft und optimaler Weise hin und wieder etwas weißes unter dem Belag - ohne differenzierte Erwartungen an dessen Zustand oder die kumulierte Menge.
Einstieg in Kaltenbach bei grüner Wiese, in Betrieb war die neuere EUB ohne Mittelstation. Ich hatte noch gehofft, dass man am Tagesende vielleicht mit viel Einsatz bis zur Mittelstation hätte abfahren können. Bei der Vorbeifahrt zeigte sich, dass ich nichts verpasst hätte.
Auf dem Weg von der Bergstation der EUB zum Sonnenjet. Es wirkt winterlich, aber bei genauem Hinsehen sieht man, dass es außerhalb der beschneiten Flächen nur für ein paar Krümel Kosmetik-Weiß reicht. Die Stimmung ist unwirklich aber toll, ein dünner Puderüberzug hat allem natürlichem die Farbe genommen, es sieht beinahe aus wie ein schwarz-weiß-Foto, ist aber keines. Wobei mich das auf die Idee bringt.
Wir schaukeln uns hinüber gen Hochfügen um dort Talabfahrer zu treffen. Wedelexpress und Topjet verlaufen komplett durch den Nebel. In einem kurzen Anflug von Vernunft verzichte ich auf den Abfahrtsversuch die 4 hinab nach Hochfügen und steige mit in das Zillertal-Shuttle, die entgegen anderslautenden Gerüchten als Verbindungsbahn heute sehr wohl in Betrieb ist. Gut so, denn im unteren Bereich langte es ebenfalls nur für Kosmetik-Schnee, ohne GWG-Ski wäre hier nichts machbar gewesen. Das Foto ist auf der 13 vom 8er-Jet hinab kurz vor Hochfügen entstanden. Man beachte links die beinahe schneefreien Hänge! Ohne Maschinenschnee wäre hier an Betrieb nicht zu denken.
Den meisten und den besten Schnee gibt es erwartungsgemäß am 200er. Und die wenigste Sicht. Aber wen störts, es wird schließlich Winter und wir fahren Ski!
Außerdem wäre die Bergstation sonst nicht so monochrom-fotogen!
2 von drei Protagonisten, der Berichtschreiber steht auf der anderen Seite der Linse.
Natürlich wird obligatorisch jeder geöffnete Lift befahren, mit gefühlten 10G beschleunigen wir bergwärts.
In der 8er-Alm finden wir ein Relikt aus der letzten Saison.
Die Pfaffenbühel-Abfahrt. Hier fehlt noch gut ein halber Meter.
Zurück in Kaltenbach unter dem Sonnenjet. Der Kunstschneeteppich war völlig in Ordnung, hier mal etwas Gras, da mal Eis und Knollen, aber für November fein und vor allem quasi keine belagtötenden größeren Steine. An Off-Piste ist nicht zu denken
Ausnahmsweise mit Farbe.
In der Ferne wird tatkräftig beschneit.
Und in der Nähe auch.
Die Zirbenlifte - quasi noch im Herbstschlaf.
Die Talal-Route - oder der Ort, an dem sie mal sein wird.
Dieser Tag ist ein Plädoyer für das Aufhalten im Freien! Verlasst eure Bildschirme, interpretiert nicht die Webcambilder sondern wagt hin und wieder eine Erkundung der Realität und wenn es nur dafür gut war, um sich nach einem kalten Tag auf ein warmes zu Hause zu freuen!