Bastian-m kündigte bereits vergangenen Samstag an, dass er bei einem eventuellen Skitag dabei wäre, ich sollte ihn doch bitte auf dem Laufenden halten. Ich zögerte zunächst, glaubte nicht, dass die Vorhersage halten würde aber je näher der Donnerstag kam umso sicherer wurde es. Eigentlich wollte ich ja nach Sulden, aber nachdem mein Schweizer Kollege spontan an diesem Tag auch Zeit haben sollte, entschied ich mich für die Schweizer Variante und sollte - trotz zugegeben langer Anreise - nicht enttäuscht werden. Die Schweizer Vignette sparte ich mir , weil sie ja nur noch in diesem Jahr gültig wäre - so fuhr ich quer durch Liechtenstein und das mir völlig unbekannte St. Luzisteig. Das ganze kostete mich natürlich 30 Minuten mehr aber mei...was macht man nicht alles für einen schönen Skitag.
Als ich um 9:40 Uhr endlich am Parkplatz ankam, staunte ich nicht schlecht. Der ganze Platz schon voll. Bei meinen früheren Besuchen war da immer noch viel Platz. Puh - und das an einem Donnerstag?
Ich erwischte gerade noch so einen halblegalen Querparkerplatz und war froh, dass ich Basti mit seinen riesigen Wohnwagen - äh sorry - Kastenwagen gleich neben mir sah. Zur Parkplatzsituation: Ein paar Parkwächter wären da sicher nicht verkehrt...
Stress machte mir meine Begleitung jedoch gar nicht - es geht ja auch drum den Tag entsprechend zu genießen und so freute ich mich umso mehr um ein weiteres Geschenk:
Na dann...kannst doch mal losgehen.
Die erste Abfahrt zum Rapid war gleich mal ein Traum - es ist einfach eine schön kupierte, abwechslungsreiche Piste mit schönen Blick in die Davoser Berglandschaft. Das Hauptertäli war leider (wie bei den letzten Besuchen auch) noch geschlossen. Wäre eine gute Ergänzung, da nochmal eine andere Expostition. Dafür war die Gipfelbahn auf den Weissfluhgipfel offen - ob man da hoch fahren sollte?
Für uns ging es erst mal in das für mich neue Meierhofertäli. Das war - anders bei meinen anderen Novemberbesuchen - endlich mal geöffnet. Nette blaue Carvingpiste - mit Beschneiung jetzt, dem mein zweiter Kollege zum Opfer viel. Ihn bremste es dermaßen aus, dass er sich vorwärts mit dem Board überschlug und anschließend über eine Zerrung klagte. Shit happens...
Anschließend ging es dann endlich mal zur Totalp. Die Hauptabfahrt fährt man sonst ja im Herbst eigentlich in Dauerschleife. Sie war auch heute wieder großteils in Ordnung, auch wenn ich sie schon mal breiter in Errinnerung hatte. Wir wagten uns dann auch in die steile Rinne neben der Bergstation - das verlief erstaunlicherweise ohne Steinkontakt. Mittagsstopp wie immer in Davos auf der Mungga Hütte - für mich die gemtlichste Hütte dort im Skigebiet. Der Hüttenwirt sagte uns, dass sie ihnen am vergangenen Samstag mit 6.500 Gästen im Gebiet den A**** aufgerissen hatten. Zum Glück, korrellierte heute die Parkplatzsituation nicht mit dem Füllegrad im Skigebiet.
Dass man Nudeln mit Hackfleisch in Kombination mit Apfelmuss serviert, kann sogar meinen Schweizer Kollegen nicht erfreuen.
Nach der Pause sahen Basti und ich die fahrenden Weissfluhgipfelbahn und die verlockenden einzelnen Spuren zwischen den Felsen...sollen wir es wagen? Ach, warum denn nicht? Schließlich belohnt allein die Aussicht dort oben. Generell wirkt die Bahn wie eine Retrozeitmaschine. Anders als in anderen Gebieten der Schweiz (Titlis, Zermatt, Jungfraujoch) hat hier der Asiaten-Souvenirwahn noch nicht Einzug gehalten und es ist der ursprüngliche alpine Flair noch erhalten. Kein Wunder, verkehrt nur noch eine Kabine auf den Gipfel...
Nach dem schönen Ausblick, wagen wir es also doch und steigen leicht auf, um in eine der Felsrinnen zu kommen.
Der Schnee lockt einfach zu sehr - ob es sich lohnen sollte?
Schaut doch gut aus, oder?
Naja - fast: Natürlich erwischte ich im oberen Hang einen richtig fiesen Felsen, der meinem Rossignol Hero gleich mal ordentlich zusetzte. Zum Glück ist der Hero aber keiner der neueren Garde, noch dazu glaube ich, dass man das gerade nochmal so flicken kann und: Hängen bleiben, vorwärts auf einen Felsen stürzen und sich was brechen wäre um ein Vielfaches schlimmer gewesen. Von daher: Das wars wert.
Alles in allem ein rundum zufriedener Skitag in der Schweiz, der auf Grund meiner Begleitung und dem traumhaften Wetter in Kombination mit dem sehr guten Schnee nicht besser hätte sein können. Mir gefällt das Davoser Skigebiet weiterhin sehr gut, wenngleich ich auch mal gerne die anderen Gebiete aufsuchen würde. Irgendwann klappt auch das - sag niemals nie.
Achja - und der ein oder andere fernöstliche Gast scheint sich doch auch mittlerweile auf das Weissfluhjoch zu verirren...
Danke Bastian-m für die wieder sehr angenehme Begleitung - gerne bald wieder!