Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

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gReXi
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Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

Beitrag von gReXi »

Was macht man, wenn kein Schlepplift den Hang hoch führt und von Schnee jede Spur fehlt? Man legt sich adäquate Laufschuhe zu und bringt die PS selbst auf die Piste.

Schon seit 2016 bin ich regelmäßig bei diesem LSAP-Berglauf dabei. Fast jedes Jahr findet dort noch dazu die niederösterreichische Landesmeisterschaft im Berglauf statt, was viele top Läufer in die ehemalige Schlepplift-Hochburg lockt.

Auch am vergangenen Samstag traf ich wieder einmal den ehemaligen Betriebsleiter vom Zwölferhorn in St.Gilgen an der Startlinie. Dass er die meisten Bergläufe in Österreich gewinnt, ist auch nichts Neues mehr. In Annaberg wäre er Landesmeister geworden, auf Grund seines Wohnorts außerhalb von Niederösterreich ging der Titel an den gesamt Zweitplatzierten.

Wir redeten so, er kennt auch mein Interesse für Schlepplifte und alte Sesselbahnen. War er doch sehr überrascht, dass der Pfarrboden so einen Niedergang erleben musste.

Es wird hier keine Bilder-Orgie geben, während des Wettkampfs gelten andere Prioritäten.

Der Start war früher regelmäßig im Ort oben, doch seit 2016 hat man ihn an die ehemalige Pfarrboden-Talstation verlegt, was ich persönlich rein vom Wettkampf-Gefühl her viel besser finde. Einmal (in 2017) mussten wir auf Grund von Dauerregen oben starten, was somit nur die Hälfte der Strecke war und sich ziemlich befremdlich anfühlte.

Die Hardfacts: 9 km mit 657 (50-) Höhenmeter sind zu laufen.

Anmeldung ist direkt neben der ehemaligen Pfarrboden-Bergstation. Zum Start geht man dann den Via Sacra Weg ins Tal, wo man auch bei 2 weiteren LSAPs vorbeikommt: Riegelackerlift (?), den ich nicht kannte, und Jugendherbergelift.

Gleich nach dem Start sieht man frontal auf die Schneise vom Reidl5, inzwischen nicht mehr so deutlich, weil ein Baum vorgewachsen ist. Die ersten 2 km geht es auf Asphaltstraße und Schotterstraße konstant bergauf, ehe man nach km 2 scharf links in den Wald abbiegt. Km 3 ist durchaus zum Erholen gedacht, hier kann man auch als Nicht-Traillauf-Profi zügig durch den Wald galoppieren. Schließlich kreuzt man die Trasse vom Reidl 4 (Tellerlift) und läuft an der ehemaligen Verbindungspiste zum Pfarrboden kurz bergab. Das war die Umfahrung des Steilhangs am Reidl 5. Anders als damals per Ski läuft man nun in der ersten Kurve der einstigen Piste gerade nach vorne in den Wald. Hier geht es über einen Wurzelsteig auf und ab, ehe man nach ca. 4 km bei der ehemaligen Pfarrboden-Bergstation aus dem Wald kommt. Im Ort wechselt man dann kurz auf die Bundesstraße. Der erste Teil des Rennens ist vorbei, jetzt beginnt der ernste Kampf mit dem Tirolerkogel.

Wieder als Erholung gedacht läuft man auf leichtem Gefälle auf der Bundesstraße, ehe es rechts in den Wald abzuzweigen gilt. Ab nun auf breitem Forstweg, bis km 6 ist es noch recht moderat bzw. kaum steil. Dieser Abschnitt ist großteils komplett im Schatten, was es uns am Samstag bei der Hitze deutlich erträglicher gemacht hat. Je höher man hinaufkommt, umso kühler wird es? Diesmal schien das nicht so zu sein.
Bei km 6, wo die 2. Labestelle ist, wird es wirklich steil. Erst bei km 8, wo man dann schon auf der Alm oben ist, gibt es kurzfristig eine kleine Verschnaufpause, ehe schon die letzten Kehren hoch zum Ziel folgen.

Hier der Blick vom Start die Trasse der ehemaligen DSB hinauf. Oben kamen wir rechts aus dem Wald und liefen nach links in den Ort weiter.
Bild

Anbei die Laufstrecke sowie meine Zwischenzeiten. In Hellblau habe ich die ehemalige DSB-Trasse eingezeichnet. Der Jugendherbergelift (inzwischen LSAP) ist noch in der Strava-Karte drin. Kann hier jemand eventuell die Trasse des Riegelackerlifts einzeichnen?
Bild

Fernab vom Skigebiet ist dieser Lauf landschaftlich 1A. Ich habe schon viele Bergläufe absolviert, doch kaum einen finde ich für eine Meisterschaft so geeignet. Auch die Organisation kann sich sehen lassen, gab es im Ort bei der Anmeldung sowie unten am Pfarrboden jeweils einen Kleidertransporter zum Ziel. Strecke war gut abgesichert, die Polizei regelte immer den Verkehr, wenn gerade Läufer im Ort die Bundesstraße querten. Oben auf der Alm gab es keine Probleme mit den Kühen, die standen friedlich in der Wiese und wunderten sich wohl, warum hier 128 Leute mit Nummernschildern hochgelaufen kamen. :D

Generell finde ich die Fahrt nach Annaberg immer sehr nachdenklich, komme ich doch an 3 LSAPs vorbei (Muckenkogel (bis auf den ESL), Eibl und Pfarrboden). Wie oft ich früher mit meinem Vater zum Eibl oder nach Annaberg fuhr, es war immer mit einem Abenteuer verbunden. Daran erinnern heute großteils nur mehr leere Waldschneisen und Pisten. Was bin ich heute dankbar, dass ich diese Art von Skifahren noch erlebte. Das war jedes Mal eine Herausforderung. Genauso wenig wird der Berglauf ein Zuckerschlecken, selbst nach mehreren Teilnahmen nicht.
LG, gReXi

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Zottel
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Re: Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

Beitrag von Zottel »

Ein Lsap-Berglauf, stark :top: es gibt nichts, was es nicht gibt :D
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gReXi
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Re: Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

Beitrag von gReXi »

Zottel hat geschrieben: 30.08.2024 - 09:11 Ein Lsap-Berglauf, stark :top: es gibt nichts, was es nicht gibt :D
2016 war es für mich persönlich die ultimative Premiere schlechthin. Dass ich die Strecke kaum kannte, ist nicht das, worauf ich anspiele. Damals lag der Schlepplift Reidl 5 zerlegt am Parkplatz hinter dem Start und die DSB stand noch, wobei die Sessel schon abmontiert waren. Einen Wettkampf in einem LSA(P) (@gerrit hat diese Abkürzung einmal schön erklärt, hier finde ich es besonders treffend, weil der Pfarrboden als Teilskigebiet wirklich existierte), das war für mich Neuland.

Reidl 5 war der Gegenspieler zu Reidl 4, zieh dir dazu im Bild meiner Laufstrecke von der Bergstation Reidl IV (das I ist durch meinen GPS Track überdeckt) eine Linie zur ersten Rechtskurve des Laufkurses. Dann hast du genau die Trasse auf Karte.

Der Vollständigkeit halber verlinke ich hier meine Videos von 2015, die hierzu passen:

DSB Pfarrboden. Hinter der Talstation ist der Start des Wettkampfs und kurz unterhalb der Ausstiegsstütze müsste der Weg aus dem Wald kommen, wo wir letzte Woche gelaufen sind. Übrigens ist die DSB 1994 gebraucht dort aufgestellt worden, in den YT-Kommentaren schreibt sogar jemand, wo sie einst herkam. Bis 1994 standen dort 2 Schlepplifte. Deshalb schrieb ich im eigentlichen Beitrag auch von "einstiger Schlepplifthochburg".
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Reidl 5. Hinter dessen Talstation liefen wir vorbei. Als Kind wurde ich da einmal auf den ersten Metern vom Lift mitgeschliffen, weil sich der Bügel in meiner Jacke verhing. Von diesem scheinbaren Schlepplifttrauma hatte ich mich schnell erholt, denn Reidl 3 fuhr ich kurz danach alleine hoch. Dagegen war dieser Lift im Video eine Übungsanlage.
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Noch nicht LSAP, der Reidllift 4. Direkt oberhalb seiner Stütze 5 kamen wir gemäß Fahrtrichtung des Lifts links aus dem Wald gelaufen, kreuzten die Trasse und Piste und rannten weiter in Richtung Ort. Was an dem Video jedoch als LSAP gilt, ist der Blick am Ausstieg. Links steht nicht mehr der Antrieb von Reidl 5 inklusive hydraulischer Abspannung. Zwischen Ausstieg und Bergstation wurde der Blechtunnel entfernt. Es kommt ja niemand mehr vom Reidl 5, den es vor den losgelassenen Tellern des Reidl 4 zu schützen gilt.
Somit führt Reidl 4 seit 2016 ins Leere und ist nur mehr als Anfängerlift interessant (dafür ist er auch bestens geeignet, war er doch Anfang 1999 der erste Tellerlift, den ich komplett alleine fuhr). Bis 2016 war er der wichtigste Zubringer zum inoffiziellen Profibereich am Pfarrboden, wo die traditionellen Skirennen schon seit Jahrzehnten stattfanden. Somit musste man hier oft anstehen und viel Zeit einplanen. Die meisten fuhren den Lift maximal 1x pro Tag, außer sie wechselten mehrmals zwischen Pfarrboden und Reidl hin und her.
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Ohne Pfarrboden müssen nun alle mit dem Auto auf den oberen Parkplatz fahren. Im Bild mit meiner Laufstrecke schaut dazu auf die erste Kehre der Bundesstraße nach dem Ort Annaberg. Dort zweigt man rechts ab, um zu parken, der Beschneiungsteich ist in der Karte ersichtlich. Auch als Kind begann für mich jeder Skitag dort oben, weil Pfarrboden für Anfänger ungeeignet war.
2015, als ich zum Filmen nochmals dort war, merkte ich das zu 100% mit den eigenen Sinnen, was es für ein Zeitgewinn war, einfach vor der ersten Kehre rechts am Pfarrboden parken und in die DSB einsteigen zu können.
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Re: Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

Beitrag von bastian-m »

Oh ha, ich beteilige mich im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten als fast-Flachländer gelegentlich an alpinen Läufen, ich finde deine Pace sehr respektabel für die Steigung. Hut ab! Klingt nach einer schönen Veranstaltung und der LSAP-Bezug hat was.
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Re: Berglauf Landesmeisterschaft Annaberg (24.8.2024) | den Schlepplift gegen die Laufschuhe getauscht

Beitrag von gReXi »

bastian-m hat geschrieben: 01.09.2024 - 17:18 Oh ha, ich beteilige mich im Rahmen meiner beschränkten Möglichkeiten als fast-Flachländer gelegentlich an alpinen Läufen, ich finde deine Pace sehr respektabel für die Steigung. Hut ab! Klingt nach einer schönen Veranstaltung und der LSAP-Bezug hat was.
Danke dir. Mir geht es ähnlich, Straßenläufe sind mein Fokus, obwohl mein erster Wettkampf 2015 ein "Hügellauf" ein Niederösterreich war, der sogar zum österreichischen Berglaufcup zählt :!: Den Traisentaler Berglaufcup habe ich einige Jahre lang komplett durchgezogen, wovon Annaberg ein Teil ist. Inzwischen mache ich nur mehr die Bewerbe davon, die mir wirklich gefallen und auch sonst ins Training passen.

Ich selbst hatte heuer 58:40 min ins Ziel gebraucht. Der Tagessieger war 13 min schneller, das ist der ehemalige Betriebsleiter vom Zwölferhorn in St.Gilgen. Anbei verlinke ich ein Video, da siehst du von ihm ein Projekt, was er in puncto Berglaufen gemeistert hat, das für ihn spricht. Auch der Bezug zu seinem ehemaligen Arbeitsplatz wird da super erklärt. 2016 habe ich mir von dort einen Sessel des ehemaligen ESL geholt, den er mir überreichte. 3 Monate später staunte ich nicht schlecht, als beim besagten "Hügellauf" vom vorigen Absatz tatsächlich Wolfang auch am Start stand. Was er in puncto Berglaufen kann, wusste ich damals noch nicht. Er hat mich vor 2 Wochen auch nochmals angefeuert, als ich am letzten halben km war.

Wolfgang ist absolut auf die Berge spezialisiert, für mich sind diese eine nette Abwechslung zwischendurch. Das Training auf der Ebene und am Berg stehen sich keinesfalls im Wege. Wenn man dann mit so top Bergläufern zu tun hat, ist das immer wieder schön. Dass uns dann auch noch das Thema Lifte verbindet, kommt ja auch dazu.

Da noch der Videobericht zu Wolfgangs Berglaufchallenge:
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LG, gReXi
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