Schon seit 2016 bin ich regelmäßig bei diesem LSAP-Berglauf dabei. Fast jedes Jahr findet dort noch dazu die niederösterreichische Landesmeisterschaft im Berglauf statt, was viele top Läufer in die ehemalige Schlepplift-Hochburg lockt.
Auch am vergangenen Samstag traf ich wieder einmal den ehemaligen Betriebsleiter vom Zwölferhorn in St.Gilgen an der Startlinie. Dass er die meisten Bergläufe in Österreich gewinnt, ist auch nichts Neues mehr. In Annaberg wäre er Landesmeister geworden, auf Grund seines Wohnorts außerhalb von Niederösterreich ging der Titel an den gesamt Zweitplatzierten.
Wir redeten so, er kennt auch mein Interesse für Schlepplifte und alte Sesselbahnen. War er doch sehr überrascht, dass der Pfarrboden so einen Niedergang erleben musste.
Es wird hier keine Bilder-Orgie geben, während des Wettkampfs gelten andere Prioritäten.
Der Start war früher regelmäßig im Ort oben, doch seit 2016 hat man ihn an die ehemalige Pfarrboden-Talstation verlegt, was ich persönlich rein vom Wettkampf-Gefühl her viel besser finde. Einmal (in 2017) mussten wir auf Grund von Dauerregen oben starten, was somit nur die Hälfte der Strecke war und sich ziemlich befremdlich anfühlte.
Die Hardfacts: 9 km mit 657 (50-) Höhenmeter sind zu laufen.
Anmeldung ist direkt neben der ehemaligen Pfarrboden-Bergstation. Zum Start geht man dann den Via Sacra Weg ins Tal, wo man auch bei 2 weiteren LSAPs vorbeikommt: Riegelackerlift (?), den ich nicht kannte, und Jugendherbergelift.
Gleich nach dem Start sieht man frontal auf die Schneise vom Reidl5, inzwischen nicht mehr so deutlich, weil ein Baum vorgewachsen ist. Die ersten 2 km geht es auf Asphaltstraße und Schotterstraße konstant bergauf, ehe man nach km 2 scharf links in den Wald abbiegt. Km 3 ist durchaus zum Erholen gedacht, hier kann man auch als Nicht-Traillauf-Profi zügig durch den Wald galoppieren. Schließlich kreuzt man die Trasse vom Reidl 4 (Tellerlift) und läuft an der ehemaligen Verbindungspiste zum Pfarrboden kurz bergab. Das war die Umfahrung des Steilhangs am Reidl 5. Anders als damals per Ski läuft man nun in der ersten Kurve der einstigen Piste gerade nach vorne in den Wald. Hier geht es über einen Wurzelsteig auf und ab, ehe man nach ca. 4 km bei der ehemaligen Pfarrboden-Bergstation aus dem Wald kommt. Im Ort wechselt man dann kurz auf die Bundesstraße. Der erste Teil des Rennens ist vorbei, jetzt beginnt der ernste Kampf mit dem Tirolerkogel.
Wieder als Erholung gedacht läuft man auf leichtem Gefälle auf der Bundesstraße, ehe es rechts in den Wald abzuzweigen gilt. Ab nun auf breitem Forstweg, bis km 6 ist es noch recht moderat bzw. kaum steil. Dieser Abschnitt ist großteils komplett im Schatten, was es uns am Samstag bei der Hitze deutlich erträglicher gemacht hat. Je höher man hinaufkommt, umso kühler wird es? Diesmal schien das nicht so zu sein.
Bei km 6, wo die 2. Labestelle ist, wird es wirklich steil. Erst bei km 8, wo man dann schon auf der Alm oben ist, gibt es kurzfristig eine kleine Verschnaufpause, ehe schon die letzten Kehren hoch zum Ziel folgen.
Hier der Blick vom Start die Trasse der ehemaligen DSB hinauf. Oben kamen wir rechts aus dem Wald und liefen nach links in den Ort weiter.
Anbei die Laufstrecke sowie meine Zwischenzeiten. In Hellblau habe ich die ehemalige DSB-Trasse eingezeichnet. Der Jugendherbergelift (inzwischen LSAP) ist noch in der Strava-Karte drin. Kann hier jemand eventuell die Trasse des Riegelackerlifts einzeichnen?
Fernab vom Skigebiet ist dieser Lauf landschaftlich 1A. Ich habe schon viele Bergläufe absolviert, doch kaum einen finde ich für eine Meisterschaft so geeignet. Auch die Organisation kann sich sehen lassen, gab es im Ort bei der Anmeldung sowie unten am Pfarrboden jeweils einen Kleidertransporter zum Ziel. Strecke war gut abgesichert, die Polizei regelte immer den Verkehr, wenn gerade Läufer im Ort die Bundesstraße querten. Oben auf der Alm gab es keine Probleme mit den Kühen, die standen friedlich in der Wiese und wunderten sich wohl, warum hier 128 Leute mit Nummernschildern hochgelaufen kamen.
Generell finde ich die Fahrt nach Annaberg immer sehr nachdenklich, komme ich doch an 3 LSAPs vorbei (Muckenkogel (bis auf den ESL), Eibl und Pfarrboden). Wie oft ich früher mit meinem Vater zum Eibl oder nach Annaberg fuhr, es war immer mit einem Abenteuer verbunden. Daran erinnern heute großteils nur mehr leere Waldschneisen und Pisten. Was bin ich heute dankbar, dass ich diese Art von Skifahren noch erlebte. Das war jedes Mal eine Herausforderung. Genauso wenig wird der Berglauf ein Zuckerschlecken, selbst nach mehreren Teilnahmen nicht.