Zum einen wirkt es beängstigend, zum anderen bewundere ich aber auch manchmal, was die Natur uns alles so bietet. Ich bin stets ein Freund davon, die Dinge so zu nutzen, wie sie mir geboten werden. Und hey, wenn es im September so viel schneit, wieso also nicht den Saisonstart mal ganz anders machen?
Ich hätte auch wieder am Arlberg in die neue Wintersaison gleiten können, aber das ist ja praktisch schon zu einfach. Wieso also nicht mal in einer Ecke starten, die sonst selten mit zu viel Schnee glänzt? Wie wäre es mit der Skiwelt? Ok, nein, so weit sinke ich nicht. Dann schon lieber in einem anderen Best of the Alps Ort wie Kitzbühel - oder besser gesagt in dessen Skigebiet, Kitzski
Ich hab die Situation schon länger beobachtet und dort hats von Anfang an so um den Meter Neuschnee gemeldet. Dazu eine Schneefallgrenze, die immer weiter sinken sollte - sogar unter 1.000m. Außerdem hat es dort ja nur Grashänge, die Skier kann man sich eigentlich fast nicht kaputt machen.
Um eines gleich vorweg zu nehmen: So weit hat es nicht runtergeschneit. Die Schneefallgrenze variierte von Talseite zu Talseite, ja sogar von Graben zu Graben. Manchmal war es unter 1.000 - im Bereich Maierl und Pengelstein aber deutlich höher - eher so um die 1.200 - eher 1.300 sogar. So richtig wusste ich zu Beginn auch nicht, ob ich diese Aktion wirklich durchziehen sollte, aber die Skischuhe waren an und man kann mal soweit gehen wie man kommt, oder?
Mein Ziel war letztendlich die Bergstation der Fleckalmbahn. Ich dachte, auf den Wiesenpisten rund um Maierl und Ochsalm, sollte es schon am besten gehen. Also bin ich auf rund 1.400 Höhenmeter losgestapft. Erst mal auf der Straße bis zur Ochsalm und von dort dann mit den Tourenski weiter.
Bis zur Raseralm auf 1.557m ging es auch recht gut aber von da an war richtiges plagen angesagt. Immer wieder um die 50cm einsinken, an den direkten Weg über die blaue Abfahrt war nicht zu denken. Also außenrum über die Ehrenbachhöhe. Oben dann reinstes Winterwonderland - dort hat es ehrlich über einen Meter hingelegt. Die Bäumen tief eingeschneit. Der Arlbergfan dafür immer langsamer und langsamer.
Oben angekommen war ich dann komplett fertig und froh es geschafft zu haben. Das Klo der Fleckalmbahn war zum Glück offen, so konnte ich mich wenigsten im warmen umziehen. Was für eine Wohltat.
So - dann ab zur Abfahrt. Eigentlich sollten es über 500 Höhenmeter sein. An richtiges Skifahren war natürlich nicht zu denken. Es hat einfach zu viel Schnee in kurzer Zeit geschneit so dass sicher der Schnee noch nicht setzen konnte. Also ging nur eines - gradaus runter und bloß nicht im Schnee versinken oder eine andere Wächte finden.
Alles in allem - wahrscheinlich eine Once in a lifetime Geschichte. Wer kann schon sagen, am 14. September zwischen 1.800 und 1.400m eine Skitour gemacht zu haben?
Ich hoffe, dass die Überschwemmungen in den betroffenen Gebieten glimpflich ablaufen und drücke die Daumen, dass es bald aufhört zu schütten!
Möge es vielmehr eine grandiose Wintersaison sein. Von mir aus, auch erst mit dem nächsten, dann aber richtigen Wintereinbruch am 23. November 2024!