Unser jährlicher Skitourenausflug mit Helmut war heuer aus anderen Gründen auf letzlich nur 3 Tage beschränkt, was eine Reise in die etwas schneereicheren Westalpen verunmöglichte, und wir waren angesichts der Situation in den Ostalpen schon fast überzeugt, dass es ohnehin keinen Sinn machen würde. Doch angesichts der tapferen Skitour von bastian-m im Lachtal und (zugegebener Maßen mit höherer Überzeugungskraft) einer Wettermeldung im Radio, die von 30 cm Neuschnee im Sonnblickgebiet und sonnigem Wetter für unseren Reisetermin berichtete, entschloss ich mich dann doch, im Ammererhof, einem extrem netten Berggasthof in Kolm Saigurn am Talschluss des Rauriser Tales, anzurufen. Üblicherweise ist es eher aussichtslos, dort kurzfristig Zimmer zu bekommen, doch es hatte eine Eisklettergruppe wegen Erkrankung ihres Führers abgesagt, und so ergatterten wir noch ein Quartier ab dem 20. Februar.
Allerdings waren wir trotzdem ziemlich skeptisch, weil auch 30 cm auf einer höchst mangelhaften Grundlage, das auch noch 6 Tage vor unserer Anreise, wohl auch keine bedingungslosen Pulverträume versprachen.
Wie telefonisch ausgemacht wurden wir am Donnerstag um 18 Uhr beim Parkplatz Bodenhaus abgeholt und mit einem Pickup auf der im Winter als Rodelbahn verwendeten Mautstraße zum Gasthof verbracht.
Die Verhältnisse hätten sich durch den letzten Schneefall etwas gebessert, hieß es, aber man müsse wegen der diversen Sharks defensiv fahren, vor allem in Richtung Alpenhauptkamm.
Nach einem hervorragenden Abendessen, einem kurzen Spaziergang zwecks Betrachtung des wunderbaren Sternenhimmels, einer erholsamen Nacht und einem ebenfalls ausgezeichneten Frühstück beginnen wir nun in durchaus winterlicher Umgebung unsere erste Tour, die uns zu einem der typischen Hochwinterzielen von Kolm Saigurn, auf den Kolmkarspitz führen wird. Mit einer Höhe von 2529m liegt unser Ziel etwas über 900 m oberhalb unserer Unterkunft.
Die Route umrundet das Haus, im Hintergrund kann man links den Sonnblick und rechts die Flanke des Hocharn erkennen.
Über eine flache Forststraße erreichen wir ein sanftes Almgelände, im Hintergrund liegt die Durchgangalm.
Wir halten uns an den Namen, traversieren das Almgelände und wenden uns nach rechts, wo ein kurzer steiler Aufstieg durch einen lichten Waldgürtel auf uns wartet.
Blick zurück auf Hocharn links und Ritterkopf rechts
Bald öffnet sich ein weites Kar, dessen Südseite um diese Jahreszeit den ganzen Tag im Schatten liegt und noch guten Schnee verspricht.
Das sieht ja gar nicht so schlecht aus!
Blick zum Hohen Sonnblick, man kann auch die Seilbahn erkennen.
In vielen der nordexponierten Rinnen sind heute Tourengeher unterwegs.
Jetzt wird es flacher und der Aufstieg entsprechend gemütlicher.
Wären die umfangreichen Erschließungspläne der 70-er Jahre verwirklicht worden, so würde hier vermutlich heute eine 6- oder 8-KSB stehen, Platz genug wäre jedenfalls.
Wir blicken zurück auf die Kolmkarscharte, einen Übergang zwischen Kolm Saigurn und dem Gasteiner Nassfeld (Sportgastein)
Unbekannter aber wegen seiner Position fotogener Tourengeher mit dem Schareck im Hintergrund
Jetzt haben wir den Gipfel erreicht und blicken ins Gasteinertal, links kann man die Schneisen des Graukogel-Gebiets erkennen.
Im Nordosten zeigen sich die Spitzen des Dachsteins, die Hütte in der Mitte des Bildes befindet sich am Gamskarkogel zwischen Gasteiner- und Großarltal.
Auch auf den oberen Bereich von Sportgastein kann man von ungewohnter Perspektive blicken.
Links der Ankogel, rechts die Hochalmspitze
Helmut always online, im Hintergrund das erschreckend apere Rauriser Tal
Gar nicht online ist Sabine.
Noch einmal das Schareck, wenn man genau schaut, erkennt man die Antennen der Bergstation.
Und nun die Überraschung des Tages, sogar auf den südseitigen Hängen ist der Schnee noch durchaus passabel.
Doch ab der Kolmkarscharte....
wird es nahezu genial!
Auch wenn natürlich schon einige Spuren vorhanden sind,....
ist noch absolut genug Platz für uns. (Sogar bei einer Wiederholung dieser Tour zusammen mit Doris und Mike, die erst 2 Tage später eintreffen, findet sich auf einer alternativen Abfahrtsroute immer noch unverspurter Pulverschnee.) Vereinzelt musste man zwar auf Steine und Felsen aufpassen, aber den größten Teil der Abfahrt konnten wir es so richtig laufen lassen.
Und so genießen wir die letzte "Medienpause" (am Ammererhof gibt es keinen Handyempfang und kein WLAN) auf der Durchgangalm mit dem Rückblick auf unser heutiges Tourengelände.
Auch wenn wir es heuer fast nicht geglaubt hätten, aber "irgendwas geht immer", und das sogar überraschend gut!
Kolm-Saigurn, 21.2.25, Kolmkarspitz: angesichts der Umstände überraschend gut!
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Re: Kolm-Saigurn, 21.2.25, Kolmkarspitz: angesichts der Umstände überraschend gut!
Mensch, da gucke ich in einer stressigen Arbeitswoche mal aktiv nicht in die Berichtssektion und verpasse gleich deinen ganzen Tourenausflug... Naja, andererseits was Schönes zum Lesen zum samstäglichen Morgenkaffee.
Der Ammererhof kommt direkt mal auf den Spickzettel und zum Glück hattet ihr dann ja doch ... unwesentlich ... bessere Bedingungen als ich Lachtal.
Der Ammererhof kommt direkt mal auf den Spickzettel und zum Glück hattet ihr dann ja doch ... unwesentlich ... bessere Bedingungen als ich Lachtal.
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