Etwa einmal pro Saison besuchte ich das nette Gebiet in den letzten Jahren.
Vor einigen Jahren ging es dem Gebiet Finanziell überhaupt nicht gut, denn der Kanton änderte seine Philosophie die heimischen Skigebiete zu subventionieren, nachdem über 80 Milionen darin verbraten wurden. Der Tiefpunkt war dabei, dass das Gebiet in der Saison 2009/10 geschlossen blieb.
Doch seither geht es bergauf, denn mittlerweile hat das Skigebiet im Tessin und auch nördlich des Gotthards einen guten Ruf. Deshalb ist man zurzeit auch dabei die Beschneiungsanlage auf nahezu alle Pisten, auszuweiten um die Schneesicherheit zu garantieren.
Vor allem zur Flucht vor schlechtem Wetter im Norden, ist das Gebiet hervorragend geeignet, doch auch sonst kommen vorallem Freunde von coupierten Pisten, coolen Seilbahnen und alpinem Flair kommen hier auf ihre Kosten.
Also los geht's mit der ersten Sektion Pendelbahn von vonRoll:
1996 erbaut als 100 PB, zeigte vonRoll ein letztes Mal wo die Reise im Pendelbahnbau hingeht. Nämlich zu offenen Kompaktstationen in möglichst standardisierter Bauweise. Auch die klappbaren Bahnsteige sind heutzutage vermehrt anzutreffen.
Für mich bestes Beispiel um zu beweisen wie wichtig vonRoll für den Seilbahnbau war.
Nun folgt bereits ein Sprung in die 4KSB Ravina-Varozei. Da die zweite Sektion nur eine 40PB ist, muss man sich beim umsteigen etwas beeilen, falls man direkt in den oberen Sektor möchte.
An der Bergstation der Sesselbahn ist es ziemlich windig.
Hier starten ausschliesslich schwarze Pisten. Leider sind diese nicht allzu gut präpariert. Allerdings sind die Verhältnisse aktuell nicht einfach, um einen Teppich präparieren zu können.
Im unteren Bereich führt die Piste durch lichten Wald und schöne Couloirs.
Einige Fahrten mache ich hier. Die 4KSB ist die Lebensader des Gebiets und erschliesst bei massig Schnee unzählige Pistenvarianten. 1996 von vonRoll erstellt, ist Sie eine von zwei Sesselbahnen aus der Baureihe "Quattro". Diese Baureihe zeichnet sich dadurch aus, dass es absolut keinen Schnickschnack gibt.
Alles was nicht unbedingt nötig ist, wurde hier weggelassen. Kompaktstationen mit Tunnelröhren, ein einziger Stationssteher, lotrecht gestellte Stützen und eine extrem vereinfachte Abspannung, zählen zu den Markenzeichen dieses Systems.
So konnten sich finanzschwache Skigebiete trotzdem die Vorteile der KSB gegenüber der SBF leisten.
Zum Saisonende sind hier nur noch zwei Pisten offen. Es waren aber auch mal mehr, wie man im Gelände teilweise noch leicht sehen kann.
Als nächstes geht es zum Skilift Cassinello. Der Lift scheint auf dem Pistenplan zwar etwas unnötig, er dient aber als wichtiger Rückbringer unterhalb des Sasso della Boggia, von wo aus die Abfahrt nach Pesciüm zu erreichen ist.
Von dieser sieht man gut auf die einfache Mittelstation mitsamt einer gerade ausfahrenden Kabine der 40PB. Gefällt mir.
Nach einer kurzen Abfahrt vom Sasso della Boggia, bin ich schnell auf Pesciüm angelangt.
Hier gibt es ebenfalls zwei Anlagen. Ein Skilift dient dabei als Übunglift.
Der andere Skilift Comascné von Habegger ist dagegen schon interessanter. Mit zwei Kurven und abwechslungsreicher Trassierung erschliesst er einige rote und schwarze Pisten, welche logischerweise naturbelassen und herrlich coupiert sind.
Vorallem die Hauptpiste mit breitem, flachen Beginn und Ende und dazwischen steileren, engeren Passagen macht viel Spass.
Nach einigen Fahrten hier, geht es nochmal in den oberen Sektor.
Die Pisten sind hier mittlerweile sulzig und durch den gar nicht mal so wenigen Andrang auch zerfahren. Der Andrang kommt wohl dadurch, dass im März/April Airolo im Tessin so etwas wie ein Monopol besitzt und auch aus dem Norden viele diesen Nordhang zu schätzen wissen.
Blick zur geschlossenen Piste "la Doris". Eigentlich eine geniale Piste, aber es braucht sehr viel Schnee um sie zu öffnen.
Weil die Pisten nun Mittags vorallem zuunterst auf Ravina sehr schnell schlecht werden, entscheide ich mich dazu den Skitag zu beenden.
Ich fahre jedoch nicht mit der Bahn ins Tal sondern wage, die aufgrund von Schneemangel gesperrte schwarze Talabfahrt.
Dies tue ich, weil die Piste vor der Sonne geschützt im Wald liegt und vom Parkplatz aus, auch Skitourengeher hochgegangen sind. Aufgrund der ziemlich guten Schneelage in diesem Winter, waren sowohl die Abfahrt über Nante, als auch die direkte Variante, diese Saison ausergewöhnlich lange offen.
Etwa in der Hälfte wirds ein erstes Mal knapp. Zum Glück ist kürzlich ein Pistenbully runtergefahren und hat dabei sogar noch einen Streifen präpariert.
Schon bald muss ich trotzdem kurz Abschnallen.
Allerdings geht es ebenso schnell wieder auf Schnee weiter.
Und kurze Zeit später bin ich unten angelangt. Das ging doch ziemlich gut und macht aufjedenfall mehr Spass als mit der Bahn runterzufahren. VonRoll PB hin oder her.
Fazit:
Airolo entäuschte mich auch diesmal nicht. Die Abwechslung durch die unterschiedlichen Sektoren, Pisten und Bahnen, ist für so ein kleines Gebiet sehr respektabel, sodass die Zeit wie im Flug verging.
Bei diesem Besuch, aufgrund der teilweise schlechten Präparierung, etwas weniger schnell als üblicherweise.
Allerdings war ich noch nie so spät in der Saison in Airolo und auch Sulz habe ich dort auch noch nie gesehen
Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und gebe dem Tag solide 7/10 Punkte.