Prusik zum dynamischen Seil geben in Seilschaft

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Wuizl
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Prusik zum dynamischen Seil geben in Seilschaft

Beitrag von Wuizl »

Hallo,

ich habe letzten Sommer einen Bergführer gesehen welcher sich selbst am Seil nur mit einem Machard Klemmknoten (französischer Prusik, autolock, Klemmheist) verbunden hat, dadurch konnte er sehr schnell die Seillänge ändern. Was ich noch in Erinnerung hatte, hatte das Seil für den Klemmknoten auf beiden Seiten bereits ein vernähtes Auge. Leider findet man nicht wirklich viel darüber. Man findet einige solcher vernähten aramid Seile aber die haben alle mind. 8mm Durchmesser (z.B. Edelrid Tibor Open). Ich finde aber 8mm bei 9-10mm Hauptseildicke eher zu dick oder sind diese Prusik weich genug um sie um das Seil rumwickeln zu können?
Desweiteren ist die Frage ob man für Bergtouren ein Vollimprägniertes einfach Seil nimmt (bezüglich durchrutschen des Prusik) oder doch ein unimprägniertes Seil?

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bastian-m
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Re: Prusik zum dynamischen Seil geben in Seilschaft

Beitrag von bastian-m »

Moin @Wuizl ,

Aramid ist steifer und schmilzt schneller als normales Polyamid, daher sollte man es nicht zu dünn wählen. Hersteller geben meist eine Mindest-Differenz von 2mm zwischen Prusik und Hauptseil an – 8mm auf 10 mm funktioniert gut, bei 9 mm ist 7mm wahrscheinlich geschmeidiger. Der Machard-Knoten ist in der Regel „weicher“ als der klassische Prusik, weil er sich unter Last gut zieht, aber auch gut wieder löst.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt würde ich wegen der stärkeren Tendenz zur Vereisung kein unimpregniertes Seil nehmen. Die greifen halt etwas schlechter wenn sie neu sind, dem kann man aber mit mehr Windungen entgegenwirken.

Gruß,
bastian-m
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Wuizl
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Re: Prusik zum dynamischen Seil geben in Seilschaft

Beitrag von Wuizl »

bastian-m hat geschrieben: 13.07.2025 - 07:31 Moin @Wuizl ,

Aramid ist steifer und schmilzt schneller als normales Polyamid, daher sollte man es nicht zu dünn wählen. Hersteller geben meist eine Mindest-Differenz von 2mm zwischen Prusik und Hauptseil an – 8mm auf 10 mm funktioniert gut, bei 9 mm ist 7mm wahrscheinlich geschmeidiger. Der Machard-Knoten ist in der Regel „weicher“ als der klassische Prusik, weil er sich unter Last gut zieht, aber auch gut wieder löst.
Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt würde ich wegen der stärkeren Tendenz zur Vereisung kein unimpregniertes Seil nehmen. Die greifen halt etwas schlechter wenn sie neu sind, dem kann man aber mit mehr Windungen entgegenwirken.

Gruß,
bastian-m
Servus Bastian,

https://www.blueice.com/de/products/alpine-runner
Kern: UHMWPE: Schmelzpunkt ~130°C
Mantel HTPE: Schmelzpunkt ?
HMPE/ Dynema: gleiche wie UHMWPE?
HDPE: Schmelzpunkt 120-180°C [1]

Technora (Aramid/Keflar): 400°C
https://www.kanirope.de/shop/technora-seil-geflochten
https://www.singingrock.com/data/downlo ... ING_EN.pdf

Was ich an der Blue Ice Schlinge mega finde ist die Flexibilität beim Prusik. Die macht einfach direkt zu ohne zu rutschen, auch bei dynamischer Belastung.
Beim Aramid wäre ich mir nicht so sicher wegen der Steifigkeit ob die so schnell blockiert

Bei HTPE findet man nichts drüber, findet immer nur HDPE (schreibfehler?)

Reines Dynema ist zu glatt für einen Prusik [2]

[1]https://etcnmachining.com/de/blog/polye ... e-densite/#
[2]https://bolting.eu/kurzprusik/
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