Gletscher-Abschmelzung

Diskussionen zu Wetter und Klima in den Alpen: Analysen zur aktuellen Wetterlage, Prognosen, Klimawandel und Gletscherschmelze.
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markus
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von markus »

Is ja logisch wenn’s dauernd bis über 3000 Meter regnet oder nassen Schnee runterlässt.
Dann noch dauernd bewölkt in den Nächten verhindert durchfrieren.
Das alles ist nicht hilfreich.

siri
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von siri »

und ein schmelzender Eiswürfel schmilzt gegen Ende immer schneller mangels Masse. Da bräuchte es schon länger anhaltende Kälteperiodenm
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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Im "relativ kühlen" Juli war die Eisschmelze im Vergleich zu den Vorjahren geringer. Das bringt am Ende aber nicht viel, da der wenige Winterschnee bereit im Juni weitgehend abgeschmolzen war und große Gletscherflächen bereits blank liegen. Nach meiner Einschätzung ist eine Rekordabschmelzung nicht sicher, aber immer noch wahrscheinlich.
Da mein Bildhoster seine Verzeichnisstruktur geändert hat, werden die Bilder in meinen Berichten z.T. nicht mehr angezeigt. Auf konkreten Wunsch stelle ich sie wieder her.
Nicolai
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nicolai »

Ich denke wie man das alles beurteilt hängt von der ursprünglichen Erwartung bzw. Vergleich ab und wohl auch wo genau man hinschaut.
Klar, also nasses Wetter und Nächte in denen nichts durchfriert ist natürlich schlecht. Und es gab einfach sehr sehr wenig Winterschnee.
Aber wenn ich mir jetzt z.B. den Hintertuxer anschaue, den habe ich nämlich sehr genau verfolgt.
Dann war es da im Juli wirklich sehr häufig auch so kalt, dass es Nachts oben schön durchgefroren hat, und es gab im Juli jetzt wirklich ordentlich Neuschnee. Sowas gab es die letzten Jahre nie.
Und klar, der Neuschnee überlebt dann Hitze und Regen nicht sooo lang. Aber ich würde behaupten, oberhalb von 3000 Metern gab es bisher kaum Eisverlust, da waren nämlich bisher nie größere Flächen aper.
Mitte Juni habe ich wirklich sehr schlimmes befürchtet, und das kann natürlich noch kommen. Aber es sieht jetzt Anfang August da oben sehr viel besser aus, als ich befürchtet habe.

...zumindest wäre das meine Laien-Einschätzung für den ganz speziellen Fall Hintertux...Vielleicht sehe ich das aber auch zu optimistisch und ich will es mir zu sehr schönreden :D .
Die Frage wie sozusagen insgesamt in den Alpen der Gletscher-Sommer aussehen wird ist natürlich eh nochmal eine andere Frage...
Nicolai
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nicolai »

siri hat geschrieben: 29.07.2025 - 11:32 und ein schmelzender Eiswürfel schmilzt gegen Ende immer schneller mangels Masse. Da bräuchte es schon länger anhaltende Kälteperiodenm
Ja, also wenn man die relative Schmelzrate (1/V) dV/dt betrachtet (V ist das Volumen, aber man kann aber natürlich auch die Masse M= Dichte*Volumen nehmen) schmilzt der am Ende deutlich schneller. Betrachtet man aber nur die absolute Volumensänderungsrate dV/dt würde ich sagen, dass der am Ende langsamer schmilzt. Aber für die Wahrnehmung ist natürlich die relative Schmelzrate (1/V) dV/dt entscheidend und man nimmt es so wahr wie du es auch geschrieben hast.
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Spezialwidde
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Spezialwidde »

Nicolai hat geschrieben: 31.07.2025 - 12:13 Ja, also wenn man die relative Schmelzrate (1/V) dV/dt betrachtet (V ist das Volumen, aber man kann aber natürlich auch die Masse M= Dichte*Volumen nehmen) schmilzt der am Ende deutlich schneller. Betrachtet man aber nur die absolute Volumensänderungsrate dV/dt würde ich sagen, dass der am Ende langsamer schmilzt. Aber für die Wahrnehmung ist natürlich die relative Schmelzrate (1/V) dV/dt entscheidend und man nimmt es so wahr wie du es auch geschrieben hast.
Die momentane Schmelzrate ergibt sich ja durch die zugeführte Momentanwärmeleistung. Um ein Kilo Eis zu schmelzen brauche ich die spezifische Schmelzentalpie (die Zahl hab ich grade nicht im Kopf, ist ja auch egal), unabhängig davon wieviel Restmasse an Eis noch da ist. Es ist keinesfalls so dass eine bereits auf 0°C erwärmte Resteismasse irgendeinen kühlenden Einfluss hätte. Bei einem immer kleiner werdenden Eiswürfel wird die aufgenommene Wärmeleistung natürlich auch immer kleiner weil die wärmeaufnehmende Oberfläche schrumpft. Aus der Warte gesehen schmilzt ein Eiswürfel zum Schluss eher langsamer auf den Massenverlust/Zeit gesehen. Aber hat das für einen Gletscher Relevanz? Ich würde sagen eher marginal. Er nimmt ja hauptsächlich über die Oberfläche Wärme auf und schmilzt von oben nach unten weg und verliert kontinuierlich an Dicke, die wärmeaufnehmende Oberfläche verringert sich dabei nur wenig während ein Eiswürfel von allen Seiten Wärme abkriegt.
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Nicolai
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nicolai »

Ja genau, sag ich ja: die absolute Schmelzrate dV/dt wird am Ende langsamer.
Und zwar, wie du richtig sagst, da diese poportional zur wärmeaufnehmenden Fläche ist. Und diese Fläche wird kleiner. Und das iat natürlich das richige Maß wenn man die Masseabnahme beschreiben will.
Bei der relativen Schmelzrate hat man aber (1/V)* dV/dt, und V geht gegen 0 während des Schmelzvorangs. Im Falle eines Würfels wo sphärisch symmetrisch die Hitze auf den Würfel wirkt und alle Kantenlängen gleichmässig kleiner werden, geht dann V kubisch gegen 0 aber die Fläche nur quadratisch.
Aber ist auch egal, das ist ja total idealisiert und modellhaft. In der Realität spielen da narürlich viele andere Faktoren eine Rolle. Da bin ich kein Experte :)
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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Nicolai hat geschrieben: 31.07.2025 - 12:09 Aber ich würde behaupten, oberhalb von 3000 Metern gab es bisher kaum Eisverlust, da waren nämlich bisher nie größere Flächen aper.
Es gibt ja inzwischen zahlreiche Webcams an Gletschern, überwiegend in Österreich und Sütirol/Italien, an denen man das live beobachten kann.
Der Winterschnee am Hintertuxer Gletscher ist vor den letzten Schneefällen (23.7) bereits bis ca. 3100m ausgeapert (zumindest soweit man das auf dem kleinen Webcamausschnitt beobachten kann). Die Gletscherfläche oberhalb ist nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtfläche. https://hintertux.panomax.com/gefrorenewand

Das Waxeggkees/Zillertaler Alpen ist von der Webcam der Berliner Hütte gut einsehbar. Schneegrenze etwa 2950-3000m. Sehr viel blankes Eis zu sehen.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/berlinerhuette/

Jamtalferner/Silvrettagruppe: Die Gletscherteile die einsehbar waren vor den Schneefällen quasi blank.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/russk ... 07/23/0840
https://www.foto-webcam.eu/webcam/jamta ... 07/25/1340
Beinahe der gesamte Bereich der auf der zweiten Webcam einsehbar ist, lag vor 25 Jahren unter Gletschereis. Den Jamtalferner gibt es bald nicht mehr.

Schwarzenbergferner/Übeltalferner in den Stubaier Alpen ebenfalls vor den Schneefällen bis über 3000m blank und sind es jetzt auch schon wieder.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/bockk ... 07/25/1400
https://www.foto-webcam.eu/webcam/beche ... 08/01/0900

Ganz ähnlich sieht es auch im Ötztal, am Rettenbachferner und im Pitztal am Mittelbergferner/Brunnenkogelferner aus. Gletscher praktisch komplett ausgeapert.
https://soelden.panomax.com/schwarzeschneid
https://www.foto-webcam.eu/webcam/braun ... 07/25/0930

Venedigergruppe/Obersulzbachkees
Die Gletscherzunge könnte in diesem Jahr abreißen. Viel blankes Eis und nur noch wenig Schnee im Nährgebiet.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/kuers ... 07/27/1540

Rieserferner/Südtirol noch geschlossene Schneelinie ~3000m
https://www.foto-webcam.eu/webcam/riese ... 07/31/1610

Pasterze und Umgebung Schneegrenze 2900-3000m
https://www.foto-webcam.eu/webcam/freiw ... 07/26/1050

Kleinfleißkees beinahe komplett blank
https://www.foto-webcam.eu/webcam/klein ... 07/27/1600

Goldbergkees beinahe komplett blank
https://www.foto-webcam.eu/webcam/goldb ... 07/26/1000

Wurtenkees....
https://www.foto-webcam.eu/webcam/gletscher-nord/

Cevedale, im Vergleich zu den Vorjahren noch gute Schneelage, Schneegrenze 3100m.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/lange ... 07/22/0950

Dachstein, viel Eis, wenig Schnee
https://www.foto-webcam.eu/webcam/simonyhuette/
Schladminger Gletscher schon komplett blank, Trennung von Hallstätter Gletscher ist nur noch eine Frage von Tagen, die Verbindung ist maximal noch 10m breit.
https://dachstein.panomax.com/?tsl=2024-06-19+15-30-00
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von zonk »

Ach du je.von den Gletschern am Dachstein ist ja reichlich wenig übrig.ich fand das als Kind schon sehr faszinierend,wie sich ein so stattlicher Gletscher auf der geringen Höhe halten kann(ebenso bzgl übergossene Alm und andere,die sind ja nun mittlerweile Geschichte).
Neulich mal recherschiert bzgl des höchststandes des schneeferners auf der Zugspitze.früher wohl Plattachtferner genannt .der ging wohl damals bis 100 hm über die knorrhütte(ca 1870) und war geschâtzt über weite flächen rund 100 m dick
Hach,das waren noch Zeiten.
Eine Zungenbildung hatte der plattachferner in den letzten paar tausend Jahren wohl nicht.war immer eher dem Dachsteingletscher oder der übergossenen Alm oder Plaine morte ähnlich(OK,teils hatten die Zungen zu der einen oder anderen Seite,aber ich rede hier von einer längeren,die ins Reintal geragt haben könnte während der kleinen Eiszeit.das war wohl nicht der Fall)
Über den Höllentalferner gibts leider nicht so viel zu lesen bzgl seiner Ausdehnung im 19.jhdt oder davor.ich schätz mal,dass er nicht soooo viel weiter runter reichte,aber Logischerweise auch um einiges mächtiger war. 100 bis 200 m dicke waren da in der kleinen Eiszeit wohl drin

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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

zonk hat geschrieben: 01.08.2025 - 22:36 Ach du je.von den Gletschern am Dachstein ist ja reichlich wenig übrig.ich fand das als Kind schon sehr faszinierend,wie sich ein so stattlicher Gletscher auf der geringen Höhe halten kann(ebenso bzgl übergossene Alm und andere,die sind ja nun mittlerweile Geschichte).
Höhe ist nicht alles. Innerhalb der Alpen gibt es große klimatische Unterschiede bzgl. Temperatur und vor allem Niederschlag.
zonk hat geschrieben: 01.08.2025 - 22:36 Neulich mal recherschiert bzgl des höchststandes des schneeferners auf der Zugspitze.früher wohl Plattachtferner genannt .der ging wohl damals bis 100 hm über die knorrhütte(ca 1870) und war geschâtzt über weite flächen rund 100 m dick
Hach,das waren noch Zeiten.
Eine Zungenbildung hatte der plattachferner in den letzten paar tausend Jahren wohl nicht.war immer eher dem Dachsteingletscher oder der übergossenen Alm oder Plaine morte ähnlich(OK,teils hatten die Zungen zu der einen oder anderen Seite,aber ich rede hier von einer längeren,die ins Reintal geragt haben könnte während der kleinen Eiszeit.das war wohl nicht der Fall)
Über den Höllentalferner gibts leider nicht so viel zu lesen bzgl seiner Ausdehnung im 19.jhdt oder davor.ich schätz mal,dass er nicht soooo viel weiter runter reichte,aber Logischerweise auch um einiges mächtiger war. 100 bis 200 m dicke waren da in der kleinen Eiszeit wohl drin
Da gibts eigentlich sehr viel zu lesen, auch zum Höllentalferner.
Tatsächlich hatten zumindest der Gr. Gosaugletscher und der Hallstätter Gletscher durchaus sehr stattliche Gletscherzungen, die erst deutlich unterhalb von 2.000m endeten.
Der Plattferner war auch in der kleinen Eiszeit weit von der Knorrhütte entfernt - aber ja, das Eis war an vielen Stellen deutlich dicker als 100m. Die Moränen des Hochstandes sind im Gelände deutlich zu erkennen.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Nicolai »

noisi hat geschrieben: 01.08.2025 - 10:00
Nicolai hat geschrieben: 31.07.2025 - 12:09 Aber ich würde behaupten, oberhalb von 3000 Metern gab es bisher kaum Eisverlust, da waren nämlich bisher nie größere Flächen aper.
Es gibt ja inzwischen zahlreiche Webcams an Gletschern, überwiegend in Österreich und Sütirol/Italien, an denen man das live beobachten kann.
Der Winterschnee am Hintertuxer Gletscher ist vor den letzten Schneefällen (23.7) bereits bis ca. 3100m ausgeapert (zumindest soweit man das auf dem kleinen Webcamausschnitt beobachten kann). Die Gletscherfläche oberhalb ist nur ein kleiner Bruchteil der Gesamtfläche. https://hintertux.panomax.com/gefrorenewand

Das Waxeggkees/Zillertaler Alpen ist von der Webcam der Berliner Hütte gut einsehbar. Schneegrenze etwa 2950-3000m. Sehr viel blankes Eis zu sehen.
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Jamtalferner/Silvrettagruppe: Die Gletscherteile die einsehbar waren vor den Schneefällen quasi blank.
https://www.foto-webcam.eu/webcam/russk ... 07/23/0840
https://www.foto-webcam.eu/webcam/jamta ... 07/25/1340
Beinahe der gesamte Bereich der auf der zweiten Webcam einsehbar ist, lag vor 25 Jahren unter Gletschereis. Den Jamtalferner gibt es bald nicht mehr.

Schwarzenbergferner/Übeltalferner in den Stubaier Alpen ebenfalls vor den Schneefällen bis über 3000m blank und sind es jetzt auch schon wieder.
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https://www.foto-webcam.eu/webcam/beche ... 08/01/0900

Ganz ähnlich sieht es auch im Ötztal, am Rettenbachferner und im Pitztal am Mittelbergferner/Brunnenkogelferner aus. Gletscher praktisch komplett ausgeapert.
https://soelden.panomax.com/schwarzeschneid
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Venedigergruppe/Obersulzbachkees
Die Gletscherzunge könnte in diesem Jahr abreißen. Viel blankes Eis und nur noch wenig Schnee im Nährgebiet.
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Rieserferner/Südtirol noch geschlossene Schneelinie ~3000m
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Pasterze und Umgebung Schneegrenze 2900-3000m
https://www.foto-webcam.eu/webcam/freiw ... 07/26/1050

Kleinfleißkees beinahe komplett blank
https://www.foto-webcam.eu/webcam/klein ... 07/27/1600

Goldbergkees beinahe komplett blank
https://www.foto-webcam.eu/webcam/goldb ... 07/26/1000

Wurtenkees....
https://www.foto-webcam.eu/webcam/gletscher-nord/

Cevedale, im Vergleich zu den Vorjahren noch gute Schneelage, Schneegrenze 3100m.
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Dachstein, viel Eis, wenig Schnee
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Schladminger Gletscher schon komplett blank, Trennung von Hallstätter Gletscher ist nur noch eine Frage von Tagen, die Verbindung ist maximal noch 10m breit.
https://dachstein.panomax.com/?tsl=2024-06-19+15-30-00
Der Jamtalferner sieht echt traurig aus :( . Das war früher mal so ein massiver Gletscher...
Und natürlich ist der allgemeine Trend bei praktisch allen Gletschern leider sehr traurig...da müssen wir ja gar nicht drüber reden, da bin ich ja der letzte der das leugnet....ich denke jeder der meine Beiträge gelesen hat weiss das.

Bzgl. Hintertux in diesem Jahr bleibe ich aber bei meiner Meinung:
1. da waren in der Tat so um den 25. Juli rum bis auf ca 3100 Metern auch grössere Blankeisflächen, ja. Aber es kann keine Rede davon sein, dass der ganze Gletscher bis 3100 Meter über längere Zeit ausgeapert war. Das habe ich recht genau verfolgt und zeigen auch die Bilder von den Leuten die zu der Zeit dort waren. Das waren wirklich nur ein paar Tage und dann kam Neuschnee. Da ist mMn im oberen Teil bisher kaum Eismasse verloren gegangen. Kann aber natürlich noch kommen. Und im unteren Teil ist natürlich auch dieses Jahr schon wieder einiges verloren gegangen
2. Meine Hauptaussage war ja: mit dem wenigen Winterschnee habe ich Mitte Juni als dann die Hitzewelle kam viel viel schlimmeres befürchtet.
Man kann doch schon festhalten, dass in den letzten 5 Jahren nie so viel Schnee im Hochsommer gefallen ist wie dieses Jahr, und das hat dem oberen Teil des Gletschers zusammen mit den eher kühlen Temperaturen sehr gut getan. Es hatte auf 3000 Metern schon häufig ordentlich durchgefroren.

Gestern und heute nochmal etwas Schnee. Das waren in den letzten 4 Wochen zwar keine riesigen Mengen, aber defintiv mehr als Kosmetik.

Wie gesagt, der allgemeine Trend für die Gletscher ist durch den Klimawandel katastrophal (ich verweise auf meine anderen Beiträge, um zu zeigen was da meine Meinung ist....), aber über die wenigen positiven Sachen darf man sich schon auch mal freuen. Und deutlich über einen halben Meter Neuschnee im Juli auf 3000 Metern ist doch auch mal gut :)
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von snowflat »

Es sieht nicht gut aus für die Alpengletscher in diesem Jahr: Das legt der Gletscherschwundtag nahe. Es ist der Tag, an dem der Winterschnee geschmolzen ist und es an die Substanz der Gletscher geht.
Gletscherschmelze in den Alpen heuer besonders früh
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Du kannst Dir Glück nicht kaufen. Aber Du kannst skifahren gehen und das ist ziemlich dasselbe!
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von zonk »

noisi hat geschrieben: 01.08.2025 - 23:07
zonk hat geschrieben: 01.08.2025 - 22:36 Ach du je.von den Gletschern am Dachstein ist ja reichlich wenig übrig.ich fand das als Kind schon sehr faszinierend,wie sich ein so stattlicher Gletscher auf der geringen Höhe halten kann(ebenso bzgl übergossene Alm und andere,die sind ja nun mittlerweile Geschichte).
Höhe ist nicht alles. Innerhalb der Alpen gibt es große klimatische Unterschiede bzgl. Temperatur und vor allem Niederschlag.
zonk hat geschrieben: 01.08.2025 - 22:36 Neulich mal recherschiert bzgl des höchststandes des schneeferners auf der Zugspitze.früher wohl Plattachtferner genannt .der ging wohl damals bis 100 hm über die knorrhütte(ca 1870) und war geschâtzt über weite flächen rund 100 m dick
Hach,das waren noch Zeiten.
Eine Zungenbildung hatte der plattachferner in den letzten paar tausend Jahren wohl nicht.war immer eher dem Dachsteingletscher oder der übergossenen Alm oder Plaine morte ähnlich(OK,teils hatten die Zungen zu der einen oder anderen Seite,aber ich rede hier von einer längeren,die ins Reintal geragt haben könnte während der kleinen Eiszeit.das war wohl nicht der Fall)
Über den Höllentalferner gibts leider nicht so viel zu lesen bzgl seiner Ausdehnung im 19.jhdt oder davor.ich schätz mal,dass er nicht soooo viel weiter runter reichte,aber Logischerweise auch um einiges mächtiger war. 100 bis 200 m dicke waren da in der kleinen Eiszeit wohl drin
Da gibts eigentlich sehr viel zu lesen, auch zum Höllentalferner.
Tatsächlich hatten zumindest der Gr. Gosaugletscher und der Hallstätter Gletscher durchaus sehr stattliche Gletscherzungen, die erst deutlich unterhalb von 2.000m endeten.
Der Plattferner war auch in der kleinen Eiszeit weit von der Knorrhütte entfernt - aber ja, das Eis war an vielen Stellen deutlich dicker als 100m. Die Moränen des Hochstandes sind im Gelände deutlich zu erkennen.
Es gibt so gut wie keine Quellen,wie weit der höllentalferner ins höllental mal geragt haben könnte
Also beim.besten Willen nicht.aber kannste mal.bitte gerne verlinken.,wenn dem so sein soll.
Und natürlich weiss ich,dass höhe nicht alles ist bei Gletschern. Aber bis zu einem gewissen Punkt halt schon. Und es ist nicht Standard,dass auf durchgehend 2300 bis 2700 Meter Gletscher sich in der weiten fläche ausbreiten.schon gar nicht,wo das gesamte næhrgebiet unter 3000 Meter liegt.da muss schon einiges zusammen kommen.mikroklima und topografie natürlich zuförderst.
Und nein,so weit war der Plattachferner eben nicht von der Knorrhütte entfernIch hab ja auch nicht gesagt,dass er 100 Meter davor aufgehõrt hätte,sondern rund,ca in etwa 100 HM darüber(evtl auch 50mehr,wo.er.in der Mitte des brunntalliftes in etwa aufgehört haben sollte,was aber absolut wahrscheinlich ist.moränen sind bei Plateaugletschern,oder bei Gletschern mit verhältnismässig flachem auslauf úbrigens nicht immer zu finden und somit nicht immer ein Indikator für evtl höchststände
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Martin_D »

Ich habe mal gelesen, dass der Schneeferner zur Zeit des Gletscherhöchststandes im 19. Jahrhundert eine Ausdehnung von 200 Hektar = 2 Quadratkilometer hatte. Das ist in der Tat in einer ähnliche Größenordnung wie sie aktuell der Hallstätter Gletscher am Dachstein hat.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 10:54 Es gibt so gut wie keine Quellen,wie weit der höllentalferner ins höllental mal geragt haben könnte
Die Moränen im Gletschervorfeld sind im gesamten Zugspitzgebiet, auch auf dem Zugspitzeplatt sehr ausgeprägt und deutlich zu sehen.

Ausführliche Informationen zur Ausdenhung, sogar mit Daten: http://www.bayerische-gletscher.de/
Maximalstände der Gletscher im Zugspitzgebiet um 1850
Maximalstände der Gletscher im Zugspitzgebiet um 1850
grafik.png (1007.51 KiB) 1520 mal betrachtet
Karte Ausdehnung der Eisflächen im Zugspitgebiet um 1850.
zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 10:54 Also beim.besten Willen nicht.aber kannste mal.bitte gerne verlinken.,wenn dem so sein soll.
Und natürlich weiss ich,dass höhe nicht alles ist bei Gletschern. Aber bis zu einem gewissen Punkt halt schon. Und es ist nicht Standard,dass auf durchgehend 2300 bis 2700 Meter Gletscher sich in der weiten fläche ausbreiten.schon gar nicht,wo das gesamte næhrgebiet unter 3000 Meter liegt.da muss schon einiges zusammen kommen.mikroklima und topografie natürlich zuförderst.
Die nördlichen Kallkalpen sind sehr niederschlagsreich, es fällt viel Schnee. Alle geeigneten und ausreichend hochgehelegen Flächen trugen in der kleinen Eiszeit große Gletscher (Zuspitzplatt, Hochkönig, Dachstein), dazu kommen zahlreiche kleinere. Die Schneegrenze lag dort in entsprechenden Höhen.
zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 10:54 Und nein,so weit war der Plattachferner eben nicht von der Knorrhütte entfernIch hab ja auch nicht gesagt,dass er 100 Meter davor aufgehõrt hätte,sondern rund,ca in etwa 100 HM darüber(evtl auch 50mehr,wo.er.in der Mitte des brunntalliftes in etwa aufgehört haben sollte,was aber absolut wahrscheinlich ist.moränen sind bei Plateaugletschern,oder bei Gletschern mit verhältnismässig flachem auslauf úbrigens nicht immer zu finden und somit nicht immer ein Indikator für evtl höchststände
Moränen bilden sich immer dort, wo ein Gletscher viel Geschiebe ausweist. Bei einem in Teilen lawinengenährten Gletscher wie dem Plattferner war die Geschiebefracht groß.
Der Gletscher hat das Brunntal in der kleinen Eiszeit nicht erreicht. Gletscherzungen im Brunntal gab es zum letzten mal bei den letzten eiszeitlichen Gletschervorstößen. Eine gut sichtbare Moräne liegt rund um den Hügel auf dem sich die Bergstation des Brunntalliftes befindet.
Moränen am Zugspitzplatt aus "Spät- und postglaziale Gletscherschwankungen im Wettersteingeburge und seiner Umgebung, Gerhard Hirtreiter"
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In der Nähe der Knorrhütte mag es Firnfelder gegeben haben, keine Gletscher.
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zonk
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von zonk »

Wie gesagt
Es muss nicht immer eine moränenbildung gegeben haben.seitenmoränen zeigen nicht automatisch Endpositionen von gletschern.mag sein,dass.es definitive Hinweise auf moränenreste amn der Bergstation des brunntalliftes gibt.esmist aber auch nicht auszuschließen,dass er es auch mal 200 Meter tiefer schaffte
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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Doch, das ist auszuschließen. Bei den Wällen um die Bergstation des Brunntalliftes handel es sich um Endmoräönen der Löbbenschwankung (vor ca. 3500 Jahren) Die Moränen sind durch Pollenanalysen zeitlich datiert. Wäre die Moräne durch einen späteren und größeren Gletscherstand überfahren worden, würde sie nicht mehr existieren. Gerade auf dem Zugspitzplatt, wo die Oberfächenerosion durch Wasser gering ist, sind die Moränen besonders gut erhalten.
Der Gletscher endete zum letzten mal in der jüngeren Dryaszeit (Egesenstand) in der nähe der Knorrhütte. Das war vor 13.0000 Jahren und markiert den letzten Gletschervorstoß der letzten Eiszeit.
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Tauernfreund23
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von Tauernfreund23 »

zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 17:37 Wie gesagt
Es muss nicht immer eine moränenbildung gegeben haben.seitenmoränen zeigen nicht automatisch Endpositionen von gletschern.mag sein,dass.es definitive Hinweise auf moränenreste amn der Bergstation des brunntalliftes gibt.esmist aber auch nicht auszuschließen,dass er es auch mal 200 Meter tiefer schaffte
Es wäre für die Diskussion förderlich, wenn du Quellen für deine Behauptungen anführen würdest. Sonst wirken deine Beiträge unseriös, was sie meiner Meinung nach auch sind.
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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Gletscherstände Zugspitzplatt mit Eisdicke 1892 (Verschneidung von Aufnahme Finsterwalder 1892 und dem gegenwärtigen Geländemodell, d.h. die heutige Eisdicke kommt noch oben drauf). <br />Hintergrund: Geländrelief Bayern, Bayrische Vermessungsverwaltung CC BY 4.0<br />https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de
Gletscherstände Zugspitzplatt mit Eisdicke 1892 (Verschneidung von Aufnahme Finsterwalder 1892 und dem gegenwärtigen Geländemodell, d.h. die heutige Eisdicke kommt noch oben drauf).
Hintergrund: Geländrelief Bayern, Bayrische Vermessungsverwaltung CC BY 4.0
https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de
Der schwarze Punkt zeigt die Lage der Knorrhütte.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von zonk »

zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 17:37 Wie gesagt
Es muss nicht immer eine moränenbildung gegeben haben.seitenmoränen zeigen nicht automatisch Endpositionen von gletschern.mag sein,dass.es definitive Hinweise auf moränenreste amn der Bergstation des brunntalliftes gibt.esmist aber auch nicht auszuschließen,dass er es auch mal 200 Meter tiefer schaffte
https://www.alpenvereinaktiv.com/mobile ... 7u80ws,0,0

Gerne,hier ein Link zu dem Gletscherhöchsstand vor 11000 jahren.wesentlich weiter als vor 13000 Jahren,damals noch pPartnachgletscher genannt(sofern die Menschen vor 11000 Jahren sich darum gekümmert haben,wie Gletscher denn so heißen;))nach anderer Logik müsste der morænenrest von vor 13000 Jahren gar nicht mehr da sein,da er ja vom Gletscher vor 11000 Jahren überrollt worden wäre.zubsehen sogar auf einem Geomorphologie-lehrpfad
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noisi
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von noisi »

Ich weiß nicht, was genau du mir jetzt vorwerfen möchtest. Ich habe zur groben Übersicht (auf die schnelle und nicht wissenschaftlich!) verschiedene Gletscherstände auf einer Karte markiert. Dies auch lediglich um dir zu aufzuzeigen, dass der Gletscher in der kleinen Eiszeit nie in der Nähe der Knorrhütte endete. Gemeint sind vermutlich Lawinenschneereste, aus dem Bereich Jubiläumsgrat (die dort durchaus auch mal flächig übersommern konnten, sogenanntes "Weißes Tal") oder das ehemalige Firnfeld "Kleiner Schneeferner" am Schneefernereck. Dabei handelte es sich aber nicht um Gletscher.
zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 10:54 Und nein,so weit war der Plattachferner eben nicht von der Knorrhütte entfernIch hab ja auch nicht gesagt,dass er 100 Meter davor aufgehõrt hätte,sondern rund,ca in etwa 100 HM darüber(evtl auch 50mehr,wo.er.in der Mitte des brunntalliftes in etwa aufgehört haben sollte,was aber absolut wahrscheinlich ist.
Das was du hier beschreibst, ist extrem ungenau und willkürlich und vor allem wissenschaftlich nicht haltbar, 100 HM darüber, vielleicht auch 50 mehr, absolut wahrscheinlich (was ist das eigentlich?)

Die von mir kartierten Gletscherstände beschreiben den letzten Gletschervorstoß in der jüngeren Dryaszeit - und zugegeben, die Beschriftung ist mit ca. 13.000 BP recht grob und dient nur zur Einordnung auf der geposteten Karte des Zugspitzplatts. Real stammen diese Moränen vom Übergang zum Holozän, ca. 11.500 bis 12.000 BP. Das ist aber auch aus der Zeichenerklärung meines vorherigen Posts ersichtlich.
Der in deinem Link genannte Gletscherstand ist der in der Fachliteratur "Rheintalanger" genannte Gletscherstand. Dieser wird zeitlich dem Beginn der jüngeren Dryaszeit zugeordnet, ca. 13.000 BP also ca. 11.000 v. Chr. - und das scheint auch der "Fehler" auf der Seite des Alpenvereins zu sein.
Diese zeitlichen Gletscherstände sind auch für andere Gletscher in den Alpen belegt.

Ebenfalls wichtig zur Einordnung, die Gletscherstände auf der Karte sind keine Rückzugsstadien. Zwischen dem Ende der jüngeren Dryas und dem Hochstand der Löbbenschwankung waren die Gletscher auf dem Zugspitzplatt immer kleiner als in der kleinen Eiszeit und zwischenzeitlich auch mal komplett abgeschmolzen.
zonk hat geschrieben: 03.08.2025 - 10:54moränen sind bei Plateaugletschern, oder bei Gletschern mit verhältnismäßig flachem auslauf úbrigens nicht immer zu finden und somit nicht immer ein Indikator für evtl höchststände
Um noch mal darauf zurückzukommen, die Gletscher auf dem Zugspitzplatt waren keine echten Plateaugletscher.
Ausgeprägte Moränen finden sich überall dort, wo a) viel Material von begrenzenden Felswänden auf das Eis stürzen kann und im und auf dem Eis zum Gletscherende transportiert wird oder b) wo viel Material vor sich herschiebt (Stauchmoräne). Das hat nichts damit zu tun, ob ein Gletscher steil oder flach endet. Beispielhaft die riesigen Moränen im Alpenvorland/Norddeutschem Tiefland. Eher im Gegenteil, in steileren Gelände bilden sich aufgrund der Schwerkraft nur schlecht Endmoränen bzw. sie werden leicht zerstört.

Wenn du dich ernsthaft mit der Geschichte der Vergletscherung am Zugspitzplatt beschäftigen möchtest, sei dir dieses Buch ans Herz gelegt:
Hirtlreiter, G. (1992): Spät- und postglaziale Gletscherschwankungen im Wettersteingebirge und seiner Umgebung.
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von bastian-m »

@noisi es ist mir ein persönlicher Hochgenuss, den Ausführungen von jemandem zu folgen, der so richtig Ahnung von der Thematik hat, sattelfest im Detail ist und echte Literatur zu dem Thema aufzeigen kann.
Danke für deine Mühe und die investierte Zeit für deine letzten Beiträge. Du kannst dir sicher sein, dass das hier eine ganze Community, ganz besonders in diesem Subforum hier, mindestens still feiert.
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TONI_B
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von TONI_B »

Und nachdem jetzt ein stabiles Hochdruckwetter mit sehr hohen Temperaturen kommt, werden die Gletscher nach der kurzen Verschnaufpause im Juli wieder massiv zu kämpfen haben. :(
judyclt
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Re: Gletscher-Abschmelzung

Beitrag von judyclt »

Passend zum Thema aktuelle Bilder vom Mölltaler Gletscher:
viewtopic.php?p=5473226#p5473226

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