Also laut Liftworld ist das nur eine einzige Anlage die nur von 1979 bis 1981 in Betrieb war.
Später dann 1988 dann als Sonnwiesenbahn 2 in BKK wieder aufgebaut, wo sie nun ihre Runden dreht.
Der scheidet aus, laut der Chronik der Reiteralmbahnen wurden diese bereits 1980 errichtet. Ebenso die Mitterhauslifte, die wurden laut Liftworld 1977 und 1980 errichtet. Fällt sonst noch jemanden eine passende Anlage ein? Wahrscheinlicher ist, dass diese nur in Einzelteilen weiterverwendet wurden.Zottel hat geschrieben: 18.02.2025 - 23:14 Ein passender Doppel-Swoboda wäre der Muldenlift in Pichl/Enns. Bis auf die Einstiegsniederhalter sieht die Bauweise identisch aus. Das Baujahr kenne ich leider nicht.
https://www.skiresort.de/skigebiet/schl ... nen/l1529/
Am Gamsstein war nur eine DSB in Betrieb, welche heute die Sonnwiesenbahn 2 ist. In dem Beitrag wo ich von 2 Sektionen sprach meinte ich immer jene in BKK. Am Gamsstein war eine zweite DSB projektiert, wurde aber nie realisiert.Wost.EUB hat geschrieben: 19.02.2025 - 09:06 Sind das schon zwei Anlagen?
Also laut Liftworld ist das nur eine einzige Anlage die nur von 1979 bis 1981 in Betrieb war.
Später dann 1988 dann als Sonnwiesenbahn 2 in BKK wieder aufgebaut, wo sie nun ihre Runden dreht.![]()
Interessante Überlegung! Du hast natürlich recht, dass mit einer Kooperation insgesamt ein Mehrwert erzielt werden hätte können. Ich hatte das Hochkar zu eindimensional nur als Konkurrenz gesehen, das dem Gamsstein Projekt ordentlichen Gegenwind bereitet hätte. Aber ich bezweifle, dass ein physischer Zusammenschluss komfortabel umsetzbar gewesen wäre:gernot hat geschrieben: 16.02.2025 - 19:15 Ich denke auch, dass das Projekt durchaus Potenzial hatte, va. wenn man als Region (Hochkar, Köngisberg und Lackenhof, Lunz liegen ja sehr nahe) zusammengearbeitet und vermarktet hätte.
Wenn im Vollausbau die Anbindung Richtung Palfau gegeben gewesen wäre, dann hätte ein Skibus die Verbindung zum Hochkar herstellen können, sind ja grad mal 6-7km (10min), zusammen mit der Anbindung der Hochkar Südseite (als anspruchsvolle Skirouten+) wäre hier ein ordentliches Angebot für Dauergäste ohne weiteres möglich gewesen.
So gibt's gerade noch das Hochkar, dass aber auch mit wirtschaftliches Schwierigkeiten zu kämpfen hat(te), da für längere Aufenthalte zu klein
Die Skirouten Richtung Süden/Salzatal sind auch keine, die eine Liftverbindung rechtfertigen würden (sehr steil, lawinengefährdet), bin auch nur 1x runtergefahren (sollten auch noch fotos existieren...), ich hab sie nur exemplarisch angeführt, um die geringen Distanzen aufzuzeigen bzw. das Potenzial als "freeride-area".david02 hat geschrieben: 19.02.2025 - 21:31 Soweit ich weiß, stand eine Lift- und Skiverbindung ins Salzatal nie zur Diskussion. Was man aber nicht vergessen darf ist, dass ja immer wieder eine Zubringerbahn aufs Hochkar von Lassing aus im Gespräch war, damals ging man denke ich ziemlich sicher davon aus, dass diese früher oder später kommen würde. Und dann hätte die Entfernung zwischen den Stationen nur mehr wenige Kilometer betragen, bei entsprechendem Ausbau der Straße wäre dabei ein Bus etwa 10-15 Minuten unterwegs gewesen. Der Straßenzustand ist übrigens auch bemerkenswert, von Hollenstein bis zur ehemaligen Talstation ist es eine gut ausgebaute zweispurige Landesstraße, von dort nach Lassing eine teilweise einspurige, schmale Angelegenheit mit zahlreichen engen Kurven und schlechtem Fahrbahnzustand.
Das es kein Großraumskigebiet für den österreichischen Urlaubsgast geworden wäre ist auch klar, aber wenn man sich die heutigen Gäste am Hochkar und Ötscher so ansieht, dann sind das großteils Tagesgäste aus NÖ, Wien und Oberösterreich, sowie der Steiermark. Dazu kommen Wochengäste aus Ungarn und Tschechien, und vor allem für die wäre es dann nochmal attraktiver gewesen als es jetzt schon ist. Dazu wären dann sicher noch einige aus dem Wiener Raum übers Wochenende gekommen. Wobei die bestehenden Gebiete das Gästeaufkommen bis auf ganz wenige Spitzentage leicht stemmen können. Wäre trotzdem interessant wie es sich in Kombination mit dem Gamsstein verhalten hätte.
Am Hochkar war die Talabfahrt auch immer wieder ein Thema, siehe dazu einerseits die Gemeindechronik 1965Es wurde einwandfrei begründet, daß dieses Gebiet für diese Erschließung geeignet ist. Im Jahre 1976 haben die Handelskammern Oberösterreichs, Niederösterreichs und der Steiermark
ebenfalls ein Strukturprogramm für die Eisenwurzen erstellt. Es ist ein wunderbares Strukturprogramm und hier
wird die Notwendigkeit der Erschließung dieses Gebietes einwandfrei bescheinigt. Herr Kollege Zimper, da komme
ich noch darauf, warum es dringlich ist. Nach einigen Besprechungen und verschiedenen Zusagen wurde sodann
die GesmbH. gegründet. An dieser Gründung am 27. Dezember 1974 beteiligten sich die Gemeinden Amstetten,
Kematen, Sonntagberg, Hollenstein und Palfau.
oder dann wieder zumindestens bis zum Aibl bzw. Alpl auf ca. 1100m SeehöheWeihnachten 1965: „HOCHKAR ERHÄLT FIS-ABFAHRT!“
So lautete eine Schlagzeile des Erlaftal-Boten:
Große Sorge bereitet den Verantwortlichen die Anlegung der
neuen Abfahrtsstrecke vom Schutzhüttenboden nach Lassing.
Das Projekt liegt fix und fertig vor und würde technisch keine
Schwierigkeiten darstellen. Die Streckenlänge beträgt 4,5 km,
der Höhenunterschied 1240 m. Auch mit den Österreichischen
Bundesforsten sei bereits eine Einigung erzielt. Prof. Friedl
WOLFGANG, der ÖSV-Pistenexperte Nr. 1, hat die Strecke
besichtigt und für FIS-Rennen qualifiziert.
Zum Bau fehlt „nur mehr“ das nötige Geld...
Wie wahr. Dabei ist es bis heute (2008) geblieben.
Und wenn wir jetzt, gute 40 Jahre später, Bilanz ziehen, stellen
wir mit ein bisschen Wehmut fest, dass von den 3 Liften im Tal,
auf die man damals so stolz war, nämlich Gansbichl,
Schmiedlehen und Steinbachschlag, der letzte im Jahre 2006
seinen Betrieb eingestellt hat.
Auch spannend dass 1976 der untere Teil als "schwierig" bezeichnet worden ist, was 1965 anscheinend noch nicht so gesehen wurde!19.6.1976: Bei der Jahreshauptversammlung der Sektion Schi des
SV Göstling wurde Karl FAHRNBERGER jetzt offiziell zum Sekti-
onsleiter gewählt. Stellvertreter wurde Hermann STROBL, Schrift-
führer und Kassier Karl AICHMAYER. Die Sportwarte: Schüler A
Hans SCHAGERL, Schüler B Otto HERB, Allgemein Rudolf TEUFL;
Materialchef Franz HERB, Kampfrichterreferent Ing. Viktor GU-
SEL, Finanzreferent Ing. Gustav PECKARY.
Karl Aichmayer gibt einen Überblick über die Erfolge von Elfi
DEUFL (Weltcup), Fritz AUER (Zweiter im NÖ-Cup), Herbert
MANDL (Landeskader) und unserer Nachwuchshoffnungen.
Der scheidende Sektionsleiter HS-Direktor Kurt SERVUS sieht
seine Aufgabe nun vor allem in der Arbeit in der neu gegründe-
ten Sporthauptschule mit Schwerpunkt Schilauf.
Ing. Peckary berichtet über den Stand der geplanten Hochkar-
Abfahrt. Österreichs FIS-Vertreter für den Rennstreckenbau Ing.
SPIESS hat den Streckenabschnitt Scheiterkogl-Aibl als RTL-
Strecke für Herren und als Damenabfahrtsstrecke bezeichnet. Die
weitere Trasse nach Lassing wurde als schwierig betrachtet und
solle daher noch warten. Jetzt müsse man über die Finanzie-
rungspläne nachdenken, insgesamt ist man sich aber einig, dass
die Abfahrt bald gebaut werden soll. Dafür müsse die Öffentlich-
keitsarbeit verstärkt werden.
Hier folgt eine erweiterte und detailliertere Darstellung des Projektes Gamsstein, die zusätzlich weitere Aspekte und Diskussionspunkte aus den verlinkten Alpinforum-Beiträgen einbezieht:
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# Das Projekt Gamsstein – Ein vertiefendes Referat
## 1. Einleitung
In den späten 1970er Jahren wurde in Niederösterreich ein ambitioniertes Vorhaben ins Leben gerufen – das Projekt Gamsstein. Mit dem Ziel, ein modernes Wintersportzentrum in einer landschaftlich reizvollen, aber technisch anspruchsvollen Region zu etablieren, spiegelte dieses Projekt den damaligen Optimismus und die Innovationsfreude im alpinen Tourismus wider. Trotz detaillierter Planungen und großer Hoffnungen blieb die vollständige Umsetzung letztlich aus, was auch in regen Diskussionen innerhalb der alpinen Community seinen Niederschlag fand. (cite:alpinforum-page1)
## 2. Historischer Hintergrund und regionale Motivation
Die späten 1970er Jahre waren geprägt von einem boomenden Wintersport und dem Streben nach der Erschließung neuer Skigebiete. Die Region um den Gamsstein bot grundsätzlich ideale Voraussetzungen:
- **Regionale Verflechtungen:** Die Nähe zu etablierten Skigebieten wie Hochkar, Königsberg und Lackenhof bot die Aussicht, ein übergreifendes Tourismuskonzept zu realisieren.
- **Wirtschaftliche Impulse:** Die Initiative sollte nicht nur den Wintersport fördern, sondern auch lokale Arbeitsplätze schaffen und die regionale Wirtschaft nachhaltig beleben.
- **Innovationsdrang:** Technisch galt das Projekt als zukunftsweisend, da moderne Liftanlagen und eine durchdachte Infrastruktur geplant waren. (cite:alpinforum-page1)
## 3. Detaillierte Planung und technische Konzeption
### 3.1 Geplante Liftanlagen
- **Zubringer-Doppelsessellift:**
Das Herzstück des Projektes war ein Doppelsessellift, der den Zugang zu den Pisten erleichtern sollte. Dieser Lift sollte nicht nur durch seine Kapazität, sondern auch durch innovative technische Merkmale hervorstechen – etwa in Bezug auf Fahrgeschwindigkeit, Energieeffizienz und Sicherheitsstandards, die zu jener Zeit als fortschrittlich galten. Die Inbetriebnahme war für den Winter 1979/80 vorgesehen. (cite:alpinforum-page1)
- **Schlepplifte:**
Zusätzlich zu dem Sessellift waren zwei Schlepplifte geplant. Diese sollten vor allem Familien und weniger ambitionierten Wintersportlern den Zugang zum Gelände ermöglichen. Allerdings blieben diese Anlagen in der Umsetzung aus, da bereits die Finanzierung und Logistik des Hauptprojekts kritisch bewertet wurden. (cite:alpinforum-page2)
### 3.2 Standort, Infrastruktur und Erreichbarkeit
- **Talstation und Anfahrtswege:**
Die Talstation wurde im Sandraben angesiedelt, strategisch gewählt, um eine direkte Verbindung zu den umliegenden Gemeinden zu ermöglichen. Zwei Anfahrtswege wurden geplant:
- Eine relativ gut ausgebaute Strecke von Hollenstein über Wenten (etwa 7 km), die als praktikabel galt.
- Eine alternative Route von Lassing (ca. 9 km), die jedoch als steil und in schlechtem Zustand beschrieben wurde – ein Punkt, der in den Diskussionen immer wieder als logistisches Manko kritisiert wurde. (cite:alpinforum-page1, cite:alpinforum-page2)
- **Infrastruktur an der Bergstation:**
Neben den Liftanlagen war auch der Bau eines kleinen Gastronomieangebots – ein Restaurant sowie sanitäre Einrichtungen – vorgesehen, um den Bedürfnissen der Wintersportler gerecht zu werden. Bereits Fotos aus späteren Jahren zeigen Reste eines ehemaligen Restaurants, was den damaligen Ehrgeiz in puncto Service und Komfort belegt. (cite:alpinforum-page4)
## 4. Umsetzung, Herausforderungen und Betrieb
### 4.1 Realisierung und zeitlich begrenzter Betrieb
- **Realisierung des Doppelsessellifts:**
Von allen geplanten Anlagen wurde einzig der Doppelsessellift realisiert. Er nahm seinen Betrieb 1979 auf, konnte jedoch das erwartete Besucheraufkommen nicht langfristig erreichen und war schon 1981 außer Betrieb. (cite:alpinforum-page3)
- **Finanzierung und wirtschaftliche Herausforderungen:**
Mehrere Forenbeiträge diskutierten, dass die finanziellen Risiken und die hohen Investitionskosten eine tragfähige Wirtschaftlichkeit des gesamten Projektes in Frage stellten. Fehlende Zusagen von Investoren und die unklare regionale Kooperation trugen maßgeblich dazu bei, dass weitere Ausbaupläne – wie die zusätzlichen Schlepplifte – nicht realisiert wurden. (cite:alpinforum-page2)
### 4.2 Technische und logistische Hürden
- **Schwierigkeiten im Gelände:**
Die topographischen Gegebenheiten des Geländes stellten erhebliche Herausforderungen dar. So waren etwa die Anfahrtswege unterschiedlich gut ausgebaut, was den reibungslosen Betrieb der Liftanlage zusätzlich erschwerte.
- **Innovationsdefizite versus Realitätsbezug:**
Trotz innovativer Ideen blieben gewisse technische Konzepte zu theoretischen Ansätzen verhaftet. Einige Forenteilnehmer kritisierten, dass die Planung nicht ausreichend an die praktischen Anforderungen – wie etwa saisonale Witterungsverhältnisse und den Wartungsaufwand – angepasst war. (cite:alpinforum-page3)
## 5. Nachnutzung und die Geschichte des Lifts
- **Demontage und Wiederverwendung:**
Nachdem das Skigebiet bald wieder außer Betrieb genommen wurde, fand der Doppelsessellift ein neues Leben. Im Jahr 1988 wurde er demontiert und im Kärntner Skigebiet Bad Kleinkirchheim unter dem Namen „Sonnwiesenbahn II“ wiederaufgebaut. Dieser Transfer zeigt eindrucksvoll, wie technische Anlagen in der alpinen Branche auch nach dem Scheitern eines Projektes weiterverwendet werden können. (cite:alpinforum-page4)
- **Überbleibsel und historische Dokumentation:**
Fotos aus dem Sommer 1988 dokumentieren Überreste der ursprünglichen Infrastruktur am Gamsstein. Diese Bilder, die unter anderem das verfallene Restaurant an der Bergstation sowie abgenutzte Pisten zeigen, veranschaulichen den Verfall eines einst ehrgeizigen Projektes und dienen heute als Zeugnis dieser Epoche. (cite:alpinforum-page4)
## 6. Regionale Diskussion und langfristige Bedeutung
### 6.1 Chancen und Kritik im Diskurs
- **Potenzial eines regionalen Verbundes:**
Es wurde vielfach diskutiert, dass das Projekt Gamsstein – wenn es in enger Kooperation mit den benachbarten Skigebieten umgesetzt worden wäre – ein noch attraktiveres, regional vernetztes Wintersportangebot hätte hervorbringen können. Ein solcher Verbund hätte nicht nur Synergien genutzt, sondern auch die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Gebiets gestärkt. (cite:alpinforum-page2)
- **Kritische Stimmen und Lehren:**
Viele Diskussionsbeiträge bemängelten die unrealistische Planung und die mangelnde Abstimmung zwischen den beteiligten Gemeinden sowie Investoren. Kritiker führten an, dass die hohe technische Ambition ohne ausreichende Berücksichtigung der praktischen Gegebenheiten und der regionalen Infrastrukturplanung letztlich zum Scheitern beitrug. Diese kritischen Stimmen haben das Projekt auch zu einem Lehrbeispiel für zukünftige Vorhaben im alpinen Raum gemacht. (cite:alpinforum-page3)
### 6.2 Nachhaltige Auswirkungen und kulturelles Gedächtnis
- **Nachhaltiger Einfluss auf die Region:**
Obwohl das Projekt als gescheitert gilt, hat es dennoch Spuren hinterlassen. Es wurde zum Synonym für verpasste Chancen und unrealistische Planungen im alpinen Tourismus. Die Diskussionen im Alpinforum haben nicht nur die damaligen Probleme beleuchtet, sondern auch Anstöße für eine kritischere Planung künftiger Projekte gegeben.
- **Kulturelles Gedächtnis:**
Heute erinnert sich die lokale Bevölkerung – und auch Wintersportenthusiasten, die das Thema online diskutieren – an das Projekt Gamsstein als ein Beispiel für den Mix aus Vision und Realität in der alpinen Infrastrukturentwicklung. Diese Erinnerung dient als Mahnung, dass technische Innovationen stets in einem realistischen wirtschaftlichen und logistischen Rahmen betrachtet werden müssen. (cite:alpinforum-page2, cite:alpinforum-page3)
## 7. Schlussbetrachtung
Das Projekt Gamsstein repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der österreichischen Wintersportgeschichte. Trotz seiner ambitionierten Planung und der innovativen technischen Ansätze scheiterte das Vorhaben letztlich an einer Kombination aus finanziellen, logistischen und regionalen Herausforderungen. Die Wiederverwendung des Doppelsessellifts in Bad Kleinkirchheim unterstreicht jedoch, dass selbst aus gescheiterten Projekten wertvolle technische und organisatorische Impulse gewonnen werden können. Die intensive Diskussion in Fachforen wie dem Alpinforum zeigt, wie wichtig eine realitätsnahe Planung und regionale Kooperation für den Erfolg solch großer Vorhaben sind – Lehren, die bis heute in der Planung neuer Skigebiete berücksichtigt werden.
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Diese vertiefte Darstellung stützt sich auf zahlreiche Beiträge und Diskussionen im Alpinforum und bietet so einen umfassenderen Einblick in die Planung, Umsetzung und langfristigen Auswirkungen des Projektes Gamsstein.
Das hätte ebenfalls zu einem regionalen Schulterschluß anregen können. Wobei mMn halt die geasmte Wertschöpfung für die Region betrachten werden sollte.BUNDESFORSTE : Der Pölz ist los
Von Herbert Hegenbarth
Amstettens Bürgermeister wütet in den Wäldern um Hollenstein, um ein verlustträchtiges Erholungszentrum zu bauen.
Die Genehmigungen dazu fehlen noch.
Landwirtschaftsminister Günther Haiden gab sich grimmig.
"Da muß man der Bezirksforstbehörde auf die Finger klopfen. Ich werde das untersuchen lassen."
Was des roten Agrarierchefs Ingrimm erweckte, sind Aktionen, bei denen von Parteifreunden Haidens die Ministerentscheidungen gleich vorweggenommen wurden.
Und - angeblich - öffentliche Gelder in ein Verlustprojekt verschleudert werden.
Begonnen hat die Geschichte knapp vor Weihnachten 1974 mit der Gründung einer Hollenstein GmbH & Co. KG.
Zweck des Unternehmens: die Errichtung einer Seilbahn auf den Niederen Scheibenberg nächst dem 2.000 - Seelen - Dorf Hollenstein im Ybbstal.
Vom Scheibenberg aus sollen weitere Lifte auf den Almkopf und den Gamsstein gebaut werden.
Dazu ein Restaurant und ein Landschulheim alles mitten in den Wäldern.
Geschäftsführer der hoffnungsvollen Gesellschaft ist neben dem Hollensteiner Gemeindesekretär Wilhelm Streicher und dem Oberrechnungsrat Alfred Peter auch ein Parlamentarier: der SP-Abgeordnete (seit 1959) Johann Pölz,
zugleich auch Bürgermeister von Amstetten.
Pölz: "Mich hat man geholt, damit ich die Sache bei Bund und Land durchziehe."
Das tat er denn auch. Obwohl der steirische Naturschutzverband gegen das Projekt, das auch an die grüne Mark angrenzt, opponierte,
schritt der ehemalige Kriegsflieger und spätere Kämpfer in einer Strafkompanie kampfgewohnt zur Aktion.
Noch ehe vom Landwirtschaftsministerium eine Rodungsbewilligung erteilt wurde, hatten die Hollensteiner Holzknechte schon Schneisen für die Seilbahntrassen durch den Wald geschlagen.
Pölz: "Des san eh nur Latschen." Die "Latschen" sind bis zu 25 Meter hoch und werden von Jägern und Spaziergängern eher als Fichten bezeichnet.
Sogar Nimrod und Selbstverteidigungsminister Karl Lütgendorf, dessen damaliger Noch-Jagdgefährte und Waffenhändler Lois Weichselbaumer in der Gegend ein 3.000 Hektar großes Revier hat,
setzte sich in einem Brief vom 6. Februar des Vorjahres für den Landschaftsschutz ein.
Haiden selbst war zunächst nur dafür, oberhalb der Baumgrenze etwas zu machen. Haiden heute: "Es ist schon gut, wenn nicht in die Unterhänge eingegriffen wird."
Der letzte Eingriff soll im Winter 1978/79 erfolgen. Bis dahin hoffen die Hollenstein-Gesellschafter , mit einem Aufwand von rund 60 Millionen Schilling ihr Erholungszentrum aus dem Wald gestampft zu haben.
Über einen späteren Hotelbau will man sich noch nicht so richtig auslassen. Pölz: "Möglich wär's."
Das ganze herrliche Projekt hat nur einen Haken: Es fehlt ihm noch immer die entscheidende gesetzliche Grundlage - das Landwirtschaftsministerium hat die Bewilligung zu den notwendigen Schlägerungen nicht erteilt.
Sollte es sie weiterhin nicht erteilen, so türmen sich gewaltige Kosten auf: Das Kapital der Gesellschaft, für die der Bund 5 Millionen Schilling Haftung übernehmen soll, macht derzeit 16 Millionen aus.
Die Stadt Amstetten findet sich mit einer Million Beteiligung ebenso in der Liste der Kommanditisten wie 14 andere Gemeinden mit Beträgen von 10.000 Schilling aufwärts.
Hollensteins Streicher: "Nach oben sind keine Grenzen gesetzt"
Sobald sich das Kapital auf 21 Millionen Schilling erhöht hat, wollen die Hollenstein-Gesellschafter auch noch um ERP-Millionen einkommen.
Privatpersonen , die sich mit irgendwelchen Geldern "Verluste kaufen wollen und dadurch Steuer sparen können"(Pölz), sind gleichfalls gerne gesehen.
Streicher: "Heuer werden wir rund 102 Prozent Verluste machen."
Branchenkenner indessen meinen, das Pölz - Projekt würde aus den Verlusten gar nicht herauskommen: Der nur zehn Kilometer entfernte Hochkarlift siecht seit 1964 ohne Gewinne dahin.
Und für die Skihänge im Hollensteiner Gebiet empfiehlt sich eher ein Fallschirm als ein Paar Bretteln.
"Außerdem", so ein Ortsansässiger, "haben wir vor Neujahr überhaupt fast nie Schnee."
Dafür haben die Hollensteiner Kosten: Um sechs Millionen Schilling übernahm die Gemeinde die bundeseigene Zufahrtsstraße und steckt derzeit weiteres gutes Geld in den Versuch,
sie auch für andere als Geländefahrzeuge befahrbar zu machen.
Sollte es keine nachträgliche Schlägerungsbewilligung des Landwirtschaftsministeriums geben, sind die Hollensteiner ihre Millionen los.
Ihre ganze Hoffnung ruht daher auf Johann Pölz: Ein roter Abgeordneter zum Nationalrat müßte es doch schaffen, von einem roten Landwirtschaftsminister
auch gegen die Einwände der Naturschützer eine nachträgliche Bewilligung für die bereits durchgeführten Schlägerungen zu erhalten.
Auch Pölz selbst ist optimistisch.
Daß er die Bewilligung nicht längst in Händen hat, "obwohl uns Haiden den Weg geebnet hat" (Pölz), liegt seiner Meinung nach ausschließlich am Widerstand subalterner Beamter,
die seinen großen fremdenverkehrspolitischen Initiativen kleinliche Verwaltungsvorschriften entgegenhalten.
Pölz - Stoßseufzer: "Die ganze Bürokratie g'hört erschossen."
Da sich dieser Wunsch nicht umgehend in die Tat umsetzen läßt, suchte Pölz sicherheitshalber Dienstag voriger Woche Vizelandesvater Hans Czettel in Baden auf "damit der das endlich richtet".
Der nur zehn Kilometer entfernte Hochkarlift siecht seit 1964 ohne Gewinne dahin
Vielleicht können wir dir hier nochmal etwas virtuelle Motivation zukommen lassen, lieber @gernot ?gernot hat geschrieben: 06.03.2025 - 00:00 git noch einiges an neuem material, willi bissenberger und diversen anderen archiven sei dank, muss aber mal die zeit finden, es aufzuarbeiten und chronologisch richtig drzustellen.
ja sicher "darfst" du nachfragen!becks7 hat geschrieben: 11.12.2025 - 15:29 Lieber Gernot, darf man hier höflich nachfragen, ob sich noch was ergeben hat?![]()