Am Fenstertag haben wir uns statt Radfahren dazu entschieden spontan einen Klettersteig zu gehen. Mein Radkumpel Sven hatte hier Premiere, es wird sein erster Steig sein..
Wir haben uns für den Klettersteig in Sankt Anton im Montafon am Wasserfall entschieden. Klar werden jetzt ein paar schlaue sagen, wie kann er bei seinem ersten Steig gleich den nehmen. Ist normalerweise auch nicht unberechtigt die Anmerkung, allerdings hat er schon viel Bergerfahrung und ich bin mit ihm schon einige anspruchsvolle Touren gegangen, dass ich wusste er schafft das. Und so war es auch.
Der Klettersteig ist oberhalb von St.Anton im Montafon gelegen und vom Tal her schnell zu erreichen. Es sind zwei Wasserfälle im direkten Umfeld, am ersten klettert man parallel empor, der zweite wird mit den zwei Seilbrücken gekreuzt, schätze die brücken auf je ca. 50m Länge ein. Habe bei dem Klettersteig keinen Notausstieg gesehen, ob es einen gibt weiß ich nicht. Ist aber auch nicht wirklich erforderlich wenn man nicht total ungeschickt ist. Für mein Gefühl ist er nach oben hin etwas schwerer geworden, die Ausblicke ins Montafon Richtung St. Anton und Vandans sind schon cool.
Nachdem wir den Einstieg zum Zustieg des Klettersteiges gefunden hatten, sahen wir hier keine Möglichkeit das Auto in der Nähe abzustellen. also machten wir uns auf die Suche. Ein netter Einheimischer sagte uns wir könnten auf dem Firmenparkplatz parken, da sei heute niemand. Das taten wir und machten uns fertig zum Abmarsch.
Zunächst ging es durch das Dorf, bis zu der Stelle wo wir gewendet haben. Hier gab es einen kleinen Brunnen wo Getränke drin standen und wir nahmen uns 2 Bierdosen heraus um Svens ersten Klettersteig oben ein bissle feiern zu können. An der kleinen Kasse (Dose mit Einwurfschlitz) stand 1 Euro pro Getränk wir haben 5 eingeworfen, um uns für den Service zu bedanken
Ab hier geht es über eine kleine Brücke danach nach links weg (Tafel: „Klettersteig, Wasserfall“; rechts geht’s nach Valleu). In dem Wald an einer Wegkurve steht eine Bank, die man gut nutzen kann um sein Klettersteigset anzuziehen. Weil wir es dort gemacht haben, hat es das nachfolgende Pärchen auch dort gemacht. Kurz darauf folgt das erste Stahlseil entlang des Waldweges bis zum Fuß des Wasserfalls, geht es unschwierig weiter. Hier bei der Aussichtskanzel sieht man das erste mal den eigentlichen Steig, er geht senkrecht rechts neben dem Wasserfall bergan soweit man ihn sehen kann. wir haken unsere Sets ein und steigen los, die Trittstufen sind in gut machbaren Abständen und es geht zügig bergan, nebenan immer der Wasserfall Nach dem senkrechten Zustieg erreicht man über eine kleine Querpasse und eine Schräge ohne Metalltritte einen kleinen Absatz, der sich anbietet eine kleine Pause zu machen und die Aussicht zu genießen, Sven erreicht ihn auf dem Bild gerade Der Talblick hier ist echt schön, da unten irgendwo steht mein Auto andere Seite schaut man auf den Wasserfall, der hinter den Bäumen rauscht Aber wir sind erst in der Mitte des Steigs, also geht es weiter Es geht auf dem Grat entlang zu einer steileren Passage auf die zunächst eine Schrägpassage um den Felssockel herum folgt, hier brauchts etwas Geschick, teiulweise sind die Trittsufen weit auseinander und man muss im Fels halt suchen. Etwas ungünstig empfand ich hier zusätzlich den großen, senkrechten Abstand zum Drahtseil. Bin zwar recht klein, aber auch Sven, der recht groß ist hatte dort eine Herausforderung. So musste ich mich mit lang ausgestreckten Armen da heraufaufziehen. Aber ging gut, wenn man etwas Kraft hat. Eine etwas mehr forderndere Stelle als der Weg bisher zu bieten hatte. Auf den etwas anspruchsvolleren Abschnitt folgt aber auch wieder ein leichteres Stück, was ich auf dem Bild gleich erreiche Es ist außer uns kaum einer im Steig zu Gange von daher kann ich an der Kante zum flacheren auf Sven warten und mache es mir bequem Jetzt geht es erstmal wieder zügig bergan, es folgt noch ein kleiner Kletterabschnitt bis die Seilbrücken im leichten Gelände erreicht werden, diese sind voll cool, machen echt Spaß, können aber auch umgangen werden. Sven wollte sich aber bei seinem ersten Steig Alles geben und daher haben wir die beiden mitgenommen.
Hier auf dem Bild bin ich auf der unteren Seilbrücke und Sven auf der oberen, die über eine kurze aber steile Wand ab der unteren Brücke erreicht wird vorher war ich dann noch drübergelaufen auf der oberen Seilbrücke Nach den Seilbrücken erfolgt noch eine Kletterstelle über eine feuchte Wand zurück auf den Grat. Anschliessend geht es um ein Wandstück schräg ansteigend herum, bevor man dann eine Querung zur Schlusswand noch bewältigen muss, diese erfordert auch ein bissle Geschick. Fast wandernd wird das Ende des Steiges erreicht. Hier haben wir dann das Bier aus dem Brunnen aufgemacht und auf Svens ersten Steig angestoßen, hat er gut hinbekommen für das erste Mal Respekt! Für den Rückweg, auf einem spärlich markierten Weg, sollte man unbedingt Stöcke dabei haben, es ein sehr steiler und schmieriger Weg, auch mit Stöcken hats uns je einmal auf dem Hintern rodeln lassen
Bei Nässe wird es glaub recht schwierig, ca 25 Minuten sind es bis unten, inklusive verdrecktem Hintern und Rucksack. Jeder der da war kam so runter, weil er ausgerutscht war
Der Klettersteig ist B/C zwei Stellen D. Ist landschaftlich extrem schön und bei heißen Temperaturen sicherlich eine gewünschte Abkühlung neben dem Wasserfall. Er ist sehr gut ausgebaut und es hat überall Metall- oder natürliche Tritte, die gut genutzt werden können, ist im tadellosen Zustand.