Tragseilriss Ischgl 1963

Lost Places im Schnee: Historische Seilbahnen, geschlossene Skigebiete (LSAP) und die Geschichte alter Liftanlagen in den Alpen.
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Bjoerndetmold
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Tragseilriss Ischgl 1963

Beitrag von Bjoerndetmold »

Bei der Abnahme der Silvrettabahn am 16. März 1963, kurz nach ihrer Fertigstellung, kam es zu einem Unfall, bei dem ein Tragseil riss und eine Kabine abstürzte. Die Insassen wurden dabei schwer verletzt und das Vorhaben einer Seilbahn in Ischgl schien beendet. Doch mit dem Wiederaufbau wurde umgehend begonnen, sodass die Silvrettabahn am 15. Dezember 1963 ihren Betrieb aufnehmen konnte.
Quelle: Wikipedia

Weiß jemand mehr dazu? Das Internet weiß nichts.
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MrGaunt
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Re: Tragseilriss Ischgl 1963

Beitrag von MrGaunt »

Das ist eigentlich ein recht bekanntes Ereignis, zumindest bei Ischgl-Fans.
Die Ischgler haben sogar ein Foto der abgestürzten Kabine auf deren Homepage:
https://www.ischgl.com/de/silvrettaseil ... en/chronik
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Re: Tragseilriss Ischgl 1963

Beitrag von Bjoerndetmold »

Dankeschön für den Link zum Foto. Mehr Info findet man aber nicht dort. Ja, das Ereignis ist bekannt, aber auch nur insoweit, als dass es passiert ist. Oder kannst Du mehr zu den Hintergründen berichten? Ist ja schon bemerkenswert, dass das Tragseil quasi bei der ersten Fahrt reißt. Fehlplanung? Material? Falsch montiert?
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Re: Tragseilriss Ischgl 1963

Beitrag von MrGaunt »

In einem Artikel ist von einem Seilüberschlag die Rede als Ursach für den Riss. Bin kein Seilbahnexperte und kann daher nicht mal sagen was das genau ist.
Ich nehme mal an dass die Sicherheitskultur in den 60ern weit weniger ausgeprägt war als heute. Keiner verstorben, halb so wild, passiert halt, wo gehobelt wird fallen Späne. Heutzutage wird alles aufs Detail dokumentiert, Materialproben untersucht, Leute befragt, Dokumentation durchgesehen usw... Das war anders damals. Daher würde ich vermuten, dass die wirklich in die Tiefe gehende Ursache (warum gab es den Seilüberschlag?) gar nicht ermittelt wurde.
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bastian-m
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Re: Tragseilriss Ischgl 1963

Beitrag von bastian-m »

Ne, deinen Ausführungen zur Sicherheitskultur muss ich wiedersprechen. Auch die frühen PBs (auch die noch deutlich älteren als die erste Silvrettabahn) verfügten bereits über ausgeklügelte technische Sicherheitseinrichtungen wie z.B. automatische Tragseilfangbremsen. Das hat zwar nichts direkt mit dem Mechanismus des ischgler Unfall zu tun, aber Sicherheit war auch damals ein wichtiges Thema und es existierte auch ein betriebswirtschaftliches Bewusstsein dafür, dass Unfälle schlechtes Marketing sind.

Zugseilüberschlag bedeutet, dass eben jenes "hochschnackt" und sich in einer langgezogenen Schlaufe über das Tragseil wirft. Dies kann dann reibend/schneidend/ziehenden Schaden am Tragseil verursachen bzw. zu dessen Abriss führen.
"Reparieren", Achsel zucken und hoffen, dass es nicht wieder passiert, funktioniert hier nicht. Die Ursache ist am ehesten ein Konstruktionsfehler z.B. ungünstige Abstände oder fehlende Seilreiter, unpassende Seilspannung, ungünstige Radien bei der Seilüberführung an den Stützen etc. Der Unfall der Silvrettabahn passierte bei einer der frühen Testfahrten beim Bau. Tote gab es in der Tat nicht, die Gondel war soweit ich weiß aber auch nur mit dem Gondelführer und sonst niemandem besetzt. Du kannst davon ausgehen, dass bei der Reperatur die Konstruktion überarbeitet wurde.
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