Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

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gerrit
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Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von gerrit »

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In Trautenfels im Ennstal trifft die Salzkammergut-Bundesstraße (B145), von Nordwesten aus dem Ausseerland her kommend, auf die Ennstalstraße (B320), seit kurzem ist die Kreuzung durch einen imposanten Kreisverkehr entschärft. Aber auch nach Süden führt von dort eine mit einem B bezeichnete Straße weg, die Glattjoch-Straße B75, die jedoch einerseits nur mehr eine Landesstraße ist, andererseits die meines Wissens einzige überregionale Straße Österreichs ist, die zu keiner Zeit durchgehend befahren werden kann. Sie endet von Norden her nämlich südlich von Donnersbachwald, ihre Fortsetzung südlich des Alpenhauptkamms zwischen Oberwölz und Niederwölz führt zwar den gleichen Namen, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geplante Verbindung über das Glattjoch wurde jedoch nie gebaut.
Wer weiß, wie sich die Erschließung der Berge durch Schigebiete entwickelt hätte, wäre hier eine ganzjährig offene Nord-Süd-Verbindung entstanden, so aber existieren heute nördlich des Glattjochs nur die überschaubaren Gebiete der Planneralm und der Riesneralm und südlich des Lachtals. Zwar wurden ab den 60-er Jahren auch in anderen Orten im und am Eingang des Donnersbachtales zahlreiche Tal- und Dorflifte gebaut, wie man im nachfolgenden Panorama aus dem DSV-Skiatlas 1982 sehen kann, doch sind sie mittlerweile wohl alle aus der Topographie und von der Bildfläche verschwunden.
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Moment! Es gab allerdings nicht nur Tallifte, sondern noch ein eigenständiges Höhenschigebiet, wenn auch nur mit einer einzigen Anlage, und diese sollte – wenn auch schon 20 Jahre stillgelegt – noch immer die Premalm, auf der gleichen Talseite wie die weiter nördlich gelegene Planneralm situiert, „verzieren“ (zumindestens in den Augen mancher in diesem Forum :wink: ).
Planneralm und Riesneralm liegen im Geltungsbereich meiner Saisonkarte und wurden schon des Öfteren besucht, auch zahlreiche andere Schitouren im Donnersbachtal haben wir schon durchgeführt, schon lange wollte ich der Premalm einen Besuch abstatten, aber bisher fand sich einfach noch keine Gelegenheit. Zu wenig Schnee, zu schlechtes Wetter oder zu hohe Temperaturen, immer gab es einen Grund, die Premalm und den oberhalb gelegenen Gipfel des Hühnerecks nicht zu besuchen.
Doch der erfreulich frühe und intensive Wintereinbruch in diesem Jahr führte am 8. Dezember zu idealen Bedingungen für eine Erkundung des stillgelegten Schlepplifts und des mutmaßlich attraktiven Schigeländes zwischen Hühnereck und Premalm.
Auch sollte diese Tour als endgültige Belastungsprobe für mein im vergangenen Februar ziemlich lädiertes rechtes Kniegelenk fungieren, zwar hatten wir schon den Sonntag zuvor zwei hübsche Abfahrten in idealem Pulver auf den Sandling-Pisten in Altaussee gemacht (die Lifte waren noch nicht in Betrieb), aber 1000 Höhenmeter und eine mutmaßlich ruppige Teilabfahrt über eine Forststraße würden schon eine andere Herausforderung darstellen.
Apropos Herausforderung und Forststraße: auch wenn ich die Schitouren in den Niederen Tauern liebe, so bleiben meist doch zwei Wermutstropfen im Tourencocktail, das eine sind die meist steilen und dichtbewaldeten Hänge in Talnähe, die den Zustieg zu den verlockenden freien Almflächen nur über oft vom Schneezustand abenteuerliche Forststraßen ermöglichen, das andere ist die meist ziemlich prekäre Parkplatzsituation, an vielen Ausgangspunkten finden sich oft gar keine und wenn, dann meist nur eine Handvoll Stellmöglichkeiten.
Der Zustieg zum Hühnereck startet meist beim Perweinerhof, der sich links der Straße nach der Talerweiterung vor Donnersbachwald befindet, in der Tourenliteratur ist von einem kleinen Parkplatz die Rede, ein solcher ist zwar beim Perweinerhof auch ausgeschildert, die Richtungspfeile weisen aber eigentlich genau in die entgegengesetzte Richtung, sodass wir gezwungen waren, den Bauern herauszuklopfen. Wir erhielten die Anweisung, die Forststraße bis hinauf zum Schranken zu fahren, dort wäre dann der Parkplatz und es wäre auch schon jemand hinaufgefahren.
Ja, den Schranken haben wir gefunden und auch eine potentielle Stellfläche knapp davor, allerdings hatte der Bauer nichts davon gesagt, dass diese eigentlich noch freigeräumt werden müsste. Die Tourengängerin vor uns hatte diesen Luxusparkplatz gar nicht als solchen erkannt, war ein Stück weitergefahren, hatte dann aber wegen der zunehmenden Steilheit der Straße versucht, wieder zurückzuschieben, steckte nun aber augenscheinlich hoffnungslos in einer Schneewechte neben der Straße fest.
Das bedeutete, die nächste Stunde verbrachten wir zunächst damit, mit der Lawinenschaufel für uns einen Parkplatz freizumachen und dann – mit deutlich höherem Aufwand – den gestrandeten Wagen der Kollegin wieder flott zu machen.
So begann unsere Wanderung entlang der Forststraße erst mit einiger Verspätung.
Vorne geht Sabine, der weitgehend schwarze Vierbeiner vor mir heißt Finnie, ist ein Husky-Labrador-Mix und ist die Nachfolgerin von Angus und Naya, unserer früheren langjährigen Begleiter.

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Vis-a-vis zeigt sich der Riesnerkrispen mit dem modernen Schigebiet der Riesneralm.
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Im unteren Bereich befindet sich die Forststraße in einem für Schifahrer durchaus brauchbarem Zustand, da haben wir schon viel ärgeres erlebt.

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Einige hundert Höhenmeter weiter oben stören keine früheren Räumarbeiten mehr die Kontemplation des Aufsteigens.

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Die benützte Forststraße führt nicht direkt zur Premalm, nach knapp 500 Höhenmetern geht es ein Stück durch den schön verschneiten Wald auf einer weitgehend verwehten Aufstiegsspur.

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Nun befinden wir uns auf der eigentlichen Zufahrt zur Premalm, auf der früher die Besucher über unzählige Kehren ins Schigebiet gelangt sind. Hinten erkennen wir die Almgebäude, der Verschlag links am Wegrand wird uns später noch ein wenig beschäftigen.

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Ja, hier sind wir richtig! Übrigens gibt es in Irdning noch ein Hinweisschild, an dem neben Riesneralm und Planneralm auch noch die Premalm angeführt ist.

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Nochmals die Almgebäude:

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Und hier das Objekt der Begierde:

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Nachdem wir leider keine gültige Fahrkarte haben :wink:, werfen wir nur einen sehnsüchtigen Blick auf die noch gar nicht zugewachsene Lifttrasse, ganz oben erkennen wir unser heutiges Ziel, das Gipfelkreuz des Hühnerecks…

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… und steigen im Sonnenschein in herrlichsten Schigelände weiter bergwärts.

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Eine kurze Pause bietet Gelegenheit zum Ausblick….

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…auf das Talstationsgelände,…

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….auf die gegenüberliegende Riesneralm,….

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….und talauswärts auf das Tote Gebirge hinter dem Ennstal.

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Über herrliches Almgelände mit schütterem Lärchenbestand…..

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…kommen wir nun nach etwa 200 Höhenmetern in die Gegend der ehemaligen Bergstation.

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Wir steigen weiter aufwärts in Richtung Hühnereck….

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…nicht ohne weitere Ablichtungen der Infrastruktur….

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….sowie des idealen Schigeländes.

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Von weiter oben blicken wir genau in die Lifttrasse, die Häuser im Tal befinden sich ca. 600 Höhenmeter unterhalb der Talstation.

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Einfach schön hier…..

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Die letzten Höhenmeter ziehen sich dann doch, da wir ja ab der Talstation alles selbst spuren mussten und es ja die erste richtige Schitour der Saison war, aber zufrieden stehen wir dann am Gipfel des Hühnerecks und genießen die Aussicht.

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Die darauffolgende Abfahrt über das Almgelände ist einfach nur ein Traum, sodass es nur einen einzigen kurzen Photostopp gibt.

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Edit: nach Durchsicht der Bilder besteht Sabine auf den Hinweis, dass ich ganz old fashioned Zöpfchen fabriziere, sie aber dynamische weite und schnelle Bögen fährt. :wink:
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Beim Aufstieg haben wir auf der finalen Forststraße ca. 400 Meter vor der Premalm ein Hinweisschild über ein dortiges Wildschutzgebiet passiert, in dem aber auch angeführt war, man möge sich auf Wegen und auf ortsüblichen Routen bewegen, so haben wir im Bereich der Forststraße, insbesondere der Wildfütterung (der oben erwähnte Verschlag) selbstverständlich Finnie an die Leine genommen, nur oben im Tiefschnee, in dem sie ohnehin genug Probleme hatte, uns bei der Abfahrt zu folgen, durfte sie frei laufen. Trotzdem wurden wir bei der Abfahrt im Bereich der Wildfütterung von einer Dame, die gerade neues Heu brachte, freundlich aber bestimmt darüber belehrt, dass das Befahren des Almgeländes und insbesondere der Forststraße im Fütterungsbereich komplett verboten sei. Allerdings war dieses Schutzgebiet nicht – wie eigentlich üblich – in der Kartenapp des Alpenvereins angeführt. So habe ich – neugierig geworden – heute durch einen Anruf in der Bezirkshauptmannschaft Liezen den genauen Lageplan des Schutzgebietes erhalten. Daraus geht hervor, dass die Passage der Forststraße unterhalb der Almgebäude entgegen dem Text auf dem Schild (Wege und ortsübliche Routen) wirklich verboten ist, die Abfahrt am ehemaligen Pistengelände wäre aber von oben (das Hühnereck kann man auch von der anderen Seite erreichen) bis zu den Almgebäuden eigentlich gestattet, nur müsste man dann wieder ein Stück aufsteigen, um das Sperrgebiet zu umgehen.
Nach der Belehrung durften wir trotzdem weiterfahren und nach der kurzen Waldpassage zur Aufstiegsforstraße folgte eine vor allem im oberen Bereich (die Brutalräumung war eindeutig nicht auf Tourenschifahrer ausgerichtet, sodass zahlreiche Steine und Felsbrocken eingestreut waren) nur wenig genussreiche Abfahrt ins Tal.
Trotz der leichten Unbillen (Schaufelaktion, Forststraße, Belehrung) war es aber ein höchst zufriedenstellender Auftakt der heurigen Saison, und auch mein Knie hat glücklicherweise keinerlei Probleme gemacht.
Jetzt müssen wir den aktuellen Warmwettereinbruch irgendwie überstehen, bis es dann hoffentlich in dieser Tonart weitergeht.
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von vovo »

Danke für die super Feierabendlektüre! Ich hab die von Dir gepostete Karte mir auch schon öfters angesehen - da gab es in der Gegend ja früher massenweise Dorflifte. Die dürften alle weg sein. Der rechte der beiden Lifte in Aigen ist noch bei Googleearth zu sehen. Der einzelne Lift auf dem Weg zur Planneralm war von der Straße aus nicht einsehbar, als ich da im Februar 2022 hinaufgetuckert bin. Ich habe auch noch eine 70er-Jahre Karte vom Ennstal, da sind ganz hinten nach dem Galsterberg und vor Aigen noch etliche Einzellifte eingezeichnet. Lt. Googleearth aber nix mehr da.

Die Lage ist natürlich sehr reizvoll - das hätte mir gefallen. Nur die Anfahrt nicht - für einen Großstadtmenschen der reine Horror. Solche Einzellifte bei Almhütten oben gibt es ja mittlerweile kaum noch. Der Tonnerhüttenlift irgendwo hinter St. Lambrecht läuft noch, aber sonst schaut es mau aus mit dieser Zunft von Minigebieten.
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von F. Feser »

Feierabendlektüre trifft es ausgezeichnet. Wahnsinn, wie dieses kleine Skigebiet überhaupt erst entstehen konnte und sich dann ja doch einige Jahre gehalten hat. In den historischen Skiatlanten hatte ich früher tatsächlich auch diese Gegend oftmals "besucht" und mich über die eingezeichneten Pisten ohne Lifte gewundert. die Premalm hatte ich da wenn dann nur "am Rande" wahrgenommen. Umso mehr interessiert einen die Geschichte hierzu. Weißt du da was? Wie kommt man auf die Idee eines Höhenskigebietes ohne irgendwelche Arten von Zufahrten (oder hab ich dich da falsch verstanden und es gab eine Straße die ihr nur nicht genommen habt?) Wie kommt man auf die abwegige Idee, den Lift nicht ganz zum Gipfel zu ziehen? Also der Planer dieses Gebietes hatte schon verworrene Gedanken :-). Oder: Früher war halt auch alles anders.

Finnie - Husky-Labbi Mix? Genial. Welche Augenfarbe? Blau oder braun? oder blau und braun? :-)
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von vovo »

Das mit dem "Lift nicht bis ganz hinauf" ist vielleicht der Lawinengefahr geschuldet? Beim Tonnerhüttenlift ist es ja auch so - man hat den nur bis an die Baumgrenze gezogen. Der schöne Hang darüber blieb unerschlossen.
_DSC0242.JPG
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Greithner
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von Greithner »

Mist, wollte da doch im Sommer mal hoch und jetzt bist du mir zuvor gekommen!

Aber dennoch besten Dank und Bilder im Winter sind doch noch mal schöner. :o

EDIT: Hersteller war übrigens ROK. Auf Alpinforum gibt es hier und da noch ein paar Erwähnungen, aber nichts konkretes. Man muss auf Google suchen, da die Forumsuche mindestens vier Buchstaben braucht. Eine weiter Anlage sollte es noch auf der Hebalm geben. Viele Anlagen wurden von dieser Firma nicht gebaut.
Zuletzt geändert von Greithner am 11.12.2023 - 22:55, insgesamt 1-mal geändert.
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kaldini
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von kaldini »

also Zöpfchen flechten ist immer noch die einzig wahre Art, im Tiefschnee zu fahren! Kurzschwung rules!

Manchmal glaube ich, du fotographierst unterwegs nur, damit deine Frau das Spuren übernehmen kann ;-)
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F. Feser
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von F. Feser »

Greithner hat geschrieben: 11.12.2023 - 22:43 Mist, wollte da doch im Sommer mal hoch und jetzt bist du mir zuvor gekommen!

Aber dennoch besten Dank und Bilder im Winter sind doch noch mal schöner. :o

EDIT: Hersteller war übrigens ROK. Auf Alpinforum gibt es hier und da noch ein paar Erwähnungen, aber nichts konkretes. Man muss auf Google suchen, da die Forumsuche mindestens vier Buchstaben braucht. Eine weiter Anlage sollte es noch auf der Hebalm geben. Viele Anlagen wurden von dieser Firma nicht gebaut.
Danke für den Hinweis, wir schauen uns die Forensuche hier mal besser an: viewtopic.php?t=69083
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gerrit
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von gerrit »

Es war bis in die 70-er Jahre nicht unüblich, auf Panoramakarten nicht nur die durch Lifte erschlossenen Abfahrten einzuzeichnen, die Wurzeln des hier geposteten Panoramas dürfte meines Erachtens in den 60-er Jahren liegen. Frühe Panoramen wären sonst auch ziemlich leer gewesen, weil es ja damals noch nicht so viele Aufstiegshilfen gab. Ich stimme Dir aber zu, Flo, dass vor allem der Zeichner der Oberösterreich- und Steiermarkpanoramen damals besonders viele unerschlossene Abfahrten in seine Panoramen eingezeichnet hat.
Bezüglich der Zufahrt habe ich mich offenbar mißverständlich ausgedrückt: es gab bzw. gibt schon eine direkte Forststraßenzufahrt zur Premalm mit lt. Karte insgesamt 14 Kehren, auf dem Bild mit der Fütterungsstelle kann man auch erkennen, dass die Straße vor den Gebäuden ziemlich breit war bzw. war das der Parkplatz für geschätzt 30 bis 40 Autos. Der klassische Schitourenaufstieg führt aber über eine andere Erschließungsstraße etwas weiter talauswärts, diese Straße führt zur Plotschenalm und zur Michelirlingalm, über diese beiden Almen kann man ebenfalls das Hühnereck erreichen, aber aus einer anderen Geländekammer, diese Route ist auch die "gewünschte", da sie kein Wildschutzgebiet berührt. Wir sind bei unserem Aufstieg einfach von der einen Forststraße schräg zur anderen hinübergequert, um auf die Premalm zu kommen. Die eigentliche Premalmstraße ist möglicherweise unten gesperrt, damit man dort gar nicht in Versuchung kommt, zum Schutzgebiet aufzusteigen.
Länge des Lifts: ich denke nicht, dass man wegen der Lawinengefahar nicht höher hinauf gebaut hat sondern eher wegen des Windes und auch der Hangneigung. Nach oben zu wird es etwas steiler und der Schnee dürfte vom Wind sicher mehr verblasen oder gepresst werden. Nachdem zu Zeiten des Liftbaus sicher nicht viel Energie in die Pistenpflege investiert werden konnte, war es wohl sinnvoller, sich auf den geschützten Bereich des Almgebiets zu beschränken. Allerdings hätte der Lift m.E. durchaus noch ein Stück länger sein können, eine weitere Erklärungsmöglichkeit wäre unter Umständen eine Grundstücksgrenze, bis zu der der Almbesitzer den Lift hochgezogen hat.
Finnie: Mutter Husky, Vater (mit hoher Wahrscheinlichkeit) schwarzer Labrador. Sie hat zwei braune Augen. Ihre Vorgängerin, Naya, war ein Husky-GoldenRetriever-Mix und war extrem schnee-affin und somit schitourentauglich. Nach ihrem Tod wollten wir (Sabine würde sagen vor allem ich :wink: ) wieder einen solchen Hund und wir haben Finnie dann sogar aus Deutschland (irgendwo an der bayrisch-tschechischen Grenze) geholt. Und sie ist genauso schnee-verrückt wie Naya.
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von bastian-m »

Das allerbeste an dem tollen Tourenbericht ist, dass wir nun Gewissheit haben, dass du zur vollständigen Skitauglichkeit genesen bist!
Nebenbei dann aber dennoch danke für den ausführlichen Bericht, ich liebe solche offenen Almgelände, es müssen für mich nicht unbedingt die hochalpinen 3000er sein.

Auf einen guten Winter!
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von gernot »

Danke für den Bericht, schön, dass es dir wieder gut geht!

für alle Liftnostalgiker, hab ich heute erstmals gesehen, die austrian map hat historische landkarten!

z.b.

https://maps.bev.gv.at/#/center/14.1022 ... tmode/true

sieht man sehr schön die entwicklung diverser skigebiete!
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intermezzo
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von intermezzo »

Zuverlässig wie immer - Top-Bericht, die gravierenden Blessuren zum Glück fast vollständig überwunden sowie ein neuer Vierbeiner in der Farbe dunkles Uni animieren zum Lese-Cocktail-Vergnügen;-) Vielen Dank!
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von Arlbergfan »

Herzlichen Dank für dieses Gustostück an Bericht. Es ist einfach was anderes, wenn man sich etwas mehr Zeit nimmt und eine Geschichte erzählt und nicht nur die Bilder reinklopft. :wink:

Ich dachte, ich kann jetzt glänzen und einen alten Skiplan aus dem Skiatlas von 78/79 hier reinstellen - in diesem finde ich aber dieses Eck gar nicht. Leider.
Jedenfalls schon spannend solche Einzellifte in der Höhenlage. Und perfektes Skigelände. Derartige Einzelanlagen gibt es vermutlich nur noch in Mittelgebirgen...
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von ATV »

Arlbergfan hat geschrieben: 13.12.2023 - 10:48 Jedenfalls schon spannend solche Einzellifte in der Höhenlage. Und perfektes Skigelände. Derartige Einzelanlagen gibt es vermutlich nur noch in Mittelgebirgen...
Gibts schon noch wenn man etwas sucht ;-)
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von vovo »

Den Lift auf der Biehlerhöhe habe ich 2014 sogar auch mal besucht - da muss man wenigstens nicht selbst hinauffahren, sondern wird von der Pendelbahn zum Parkplatz gebracht, wo die Sammeltaxis einen zum Stausee hinauf chauffieren.
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von tmk1609 »

Danke für den tollen Bericht und für deine Bilder!
Einfach ein Traum!
Früher war das sicherlich ein Genuss dort in dem kleinen Skigebiet zu fahren!
Ach ich mag die Gegend um Donnersbachwald einfach - ein Besuch dort entspannt und entschleunigt. Da geht mein Puls gleich beim Lesen in den Entspannungsmodus! :D

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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von tmk1609 »

War gestern auf der Riesneralm.
Hab das Schild untn in Irdning auch entdeckt - da ist wirklich die Premalm noch angeschrieben. :D
Hab gleich obn auf der Riesneralm mal gschaut, ob ich die Premalm entdecke - und tatsächlich! :D
Aber jetzt mal ehrlich: die liegt schon verhältnismäßig weit oben. Also wenn ich mir vorstelle, dass da früher von Donnersbachwald die Autos irgendeine schwindlige, steile Forststraße raufgegurkt sind.... :respekt:

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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von gerrit »

Ich danke allen für die positiven Rückmeldungen! Nachdem dieses Topic eindeutig mehr Resonanz verursacht hat als meine üblichen Schitourenberichte, überlege ich den Ankauf einer aufblasbaren Portalstütze zur Garnierung zukünftiger sonst liftfreier Reportagen.... :wink:
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von ATV »

gerrit hat geschrieben: 18.12.2023 - 17:49 Ich danke allen für die positiven Rückmeldungen! Nachdem dieses Topic eindeutig mehr Resonanz verursacht hat als meine üblichen Schitourenberichte, überlege ich den Ankauf einer aufblasbaren Portalstütze zur Garnierung zukünftiger sonst liftfreier Reportagen.... :wink:
Variante B: Du machst sowas wie dieses Buch aber für AT:
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von gerrit »

ATV hat geschrieben: 18.12.2023 - 18:00
gerrit hat geschrieben: 18.12.2023 - 17:49 Ich danke allen für die positiven Rückmeldungen! Nachdem dieses Topic eindeutig mehr Resonanz verursacht hat als meine üblichen Schitourenberichte, überlege ich den Ankauf einer aufblasbaren Portalstütze zur Garnierung zukünftiger sonst liftfreier Reportagen.... :wink:
Variante B: Du machst sowas wie dieses Buch aber für AT:
https://asverlag.lesestoff.ch/de/detail ... bpmquery=1
Ja, das Buch kenne ich, Helmut gletscherfloh und ich haben auch schon darüber nachgedacht, sowas zu machen..... Fürchte aber, das wird zu aufwändig sein. Vielleicht, wenn wir mal in Pension sind.... :wink:
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von Zottel »

Habe den Bericht erst jetzt gefunden.
Tolle Sache! Da bekommt der Begriff Lsap-Tour(engehen) eine neue Dimension :)
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Carinthian_Ropeways
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Re: Premalm, 8.12.2023 - ehemaliges Schigebiet über dem Donnersbachtal

Beitrag von Carinthian_Ropeways »

gerrit hat geschrieben: 18.12.2023 - 18:27
ATV hat geschrieben: 18.12.2023 - 18:00
gerrit hat geschrieben: 18.12.2023 - 17:49 Ich danke allen für die positiven Rückmeldungen! Nachdem dieses Topic eindeutig mehr Resonanz verursacht hat als meine üblichen Schitourenberichte, überlege ich den Ankauf einer aufblasbaren Portalstütze zur Garnierung zukünftiger sonst liftfreier Reportagen.... :wink:
Variante B: Du machst sowas wie dieses Buch aber für AT:
https://asverlag.lesestoff.ch/de/detail ... bpmquery=1
Ja, das Buch kenne ich, Helmut gletscherfloh und ich haben auch schon darüber nachgedacht, sowas zu machen..... Fürchte aber, das wird zu aufwändig sein. Vielleicht, wenn wir mal in Pension sind.... :wink:
Als jemand, der an einem Buch über die Seilbahninfrastruktur in Kärnten arbeitet - nur ein Bundesland allein ist schon ein Aufwand, das glaubt man nicht :D
Datenbank zu allen Kärntner Seilbahnanlagen im Aufbau - siehe aktuellen Status quo auf https://www.instagram.com/carinthian_ropeways/

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